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Heartbeat
BMW wertet 3er Coupé und Cabrio auf
Mit umfangreichen Neuerungen gehen das BMW 3er Coupé und Cabrio ins nächste Modelljahr.
Hauptaufgabe der BMW-Ingenieure dabei
war es, den Modellen noch mehr Dynamik zu verpassen und stärker von der Limousine abzugrenzen.
Dazu griffen die Bayern tief in die Trickkiste und verfeinerten das Design behutsam.
Im Frontbereich fallen die breitere Niere, geänderte Scheinwerfereinheit, eine neue
Frontschürze und die lange Motorhaube mit ihrem markanten Powerdome auf, am Heck unterstreichen
die breitere Griffleiste an der Kofferraumklappe, neue Heckleuchten in LED-Technik
sowie eine geänderte Heckschürze den sportlichen Charakter. Auch in der Seitenansicht
wirken Coupé und Cabrio jetzt noch dynamischer, was in erster Linie der muskulös gewölbten
Seitenwand mit den jetzt weiter oben angebrachten Blinkern und neuen 17-Zoll-Leichtmetallfelgen
zu verdanken ist.
Doch wer jetzt denkt das hier nur Kosmetikarbeit betrieben wurde täuscht sich, denn
die wichtigsten Änderungen sind erst auf dem zweiten Blick ersichtlich. Im Einzelnen
sind dies
-3.0-Liter Diesel-Sechszylinder-Motor für Coupé
-Sechsgang-Handschaltgetriebe für Diesel-Coupé
-SMG-Getriebe für 330Ci und 325 Ci
-Adaptives Kurvenlicht
-Zweistufige LED-Heckleuchten
-Bluetooth-Schnittstelle für problemlose Handy-Integration
www.automobilrevue.de konnte bereits während einer ersten Testfahrt rund um Marbella
die neuen Feature ausprobieren.
Sportliches Coupé und Diesel, paßt das? Was bislang ein Widerspruch war macht BMW nun
möglich. Der neue 3.0-Liter Diesel-Reihensechszylinder mit 150 kW/204 PS macht aus
dem 3er Coupé einen hochkarätigen Sportwagen mit einem souveränen Drehmoment von 410
Nm ab 1.500 U/min, wie man es sonst nur bei großvolumigen Achtzylindern findet. Die
Motorenkonstrukteure schafften den Spagat, die Bauart bedingten Nachteile des Diesels
(Vibrieren, Geräuschkulisse, Ansprechverhalten) auf ein Minimum zu reduzieren und die
Vorteile (Durchzugskraft, Wirtschaftlichkeit) optimal einzusetzen.
Das die Symbiose gelungen ist davon konnten wir uns selbst überzeugen. Der neue 330
Cd ist ein Dampfhammer der einen schnell vergessen läßt, das ein Diesel unter der Haube
"schlägt". In den engen Gebirgsstraßen Andalusiens war es ein besonderes
Vergnügen, dem Selbstzünder die Peitsche zu geben und durch die Kurven zu steuern.
Spontanes Gas annehmen und schnelle Zwischensprints gehören zu den größten Vorzügen
des Diesel-Coupés. Von Null auf 100 km/h braucht der 330 Cd nur 7,2 Sekunden, der Durchzug
von Tempo 80 auf 120 ist mit 6,1 Sekunden noch eindrucksvoller. Geizig geht er allenfalls
mit seinem Kraftstoff um. BMW nennt 6,6 Liter Diesel Normverbrauch. Das neue Sechsgang-Getriebe
ist knackig abgestuft, wobei der erste Gang ganz auf Zugkraft ausgelegt ist, was die
Beschleunigung aus dem Stand verbessert. Die Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h wird
im 6. Gang erreicht.
Gegen die Urgewalt des 330 Cd hat selbst der 330 Ci mit 170 kW/231 PS kaum eine Chance.
Kein Wunder, fehlen ihm doch 110 Nm auf den Diesel. Für den 3-Liter Benziner ist gegen
Aufpreis (1.450 Euro) ein sequentiell geschaltetes manuelles Getriebe (SMG) erhältlich,
das über den Mittelschalthebel oder über zwei Schaltwippen am Lenkrad bedient werden
kann. Ein Kupplungspedal gibt es nicht mehr, beim Schalten kann der Fahrer auf dem
Gaspedal bleiben. Der Gangwechsel erfolgt in nur 150 Millisekunden, bei aktiviertem
Sportprogramm geht's sogar noch einen Tick schneller.
Deaktiviert man bei gewähltem Sportprogramm die DSC-Stabilitätskontrolle, wird der
Beschleunigungsassistent aktiviert und so das optimale Beschleunigungsvermögen genutzt.
Der Fahrer muß nur noch das Gaspedal schnell und vollständig durchtreten, die Start-Drehzahl
steigt dann auf 4.000 Touren, bevor das System die Kupplung schließt. Mit maximaler
Beschleunigung startet dann das Fahrzeug und die Hochschaltungen (1-2) werden von der
Elektronik zum optimalen Zeitpunkt vorgenommen. Wer es gemächlicher angehen möchte
legt den "Cruise-Modus" ein, bei dem das System die Gangwechsel solange automatisch
vornimmt, bis der Fahrer wieder Schalthebel oder Paddels betätigt.
Weiterhin hatten wir auch Gelegenheit, bei Nachtfahrten das neue adaptive Kurvenlicht
auszuprobieren, das erstmals in einem BMW zum Einsatz kommt. Dabei richtet die Elektronik
zwei Bi-Xenon-Modulscheinwerfer auf den Straßenverlauf aus, so das daß Scheinwerferlicht
dem Fahrer voraus in die Kurve hinein leuchtet. Im Vergleich zu herkömmlichen Scheinwerfern
werden Objekte bis zu 34% besser ausgeleuchtet und der Fahrer kann die Straße deutlich
früher einsehen. Auch der Gegenverkehr profitiert von der innovativen Lichttechnik,
da die um bis zu 15 Grad um die Ecke leuchtenden Scheinwerfer anders als starre Leuchten
das Licht mehr auf den Fahrbahnrand lenken und somit weg vom Gegenverkehr, wird die
Blendwirkung deutlich reduziert.
Neu sind auch die LED-Rückleuchten mit dynamischer Bremsstärkenanzeige. Verzögert das
Fahrzeug mehr als 5 m/s2, wird das Bremslicht flächenmäßig vergrößert und warnt so
den Hintermann. Während das zweistufige Bremslicht in den US-Ausführungen bereits zum
Einsatz kommt, müssen europäische Kunden vorerst noch auf eine Homologierung warten.
Viel Neues also für die wichtigste Baureihe von BMW, die mit 60 Prozent Verkaufsanteil
den Erfolg der bayerischen Marke wesentlich begründet und die niemals zuvor so attraktiv
und ausgreift war wie heute und dem Slogan "Freude am Fahren" damit voll
und ganz gerecht wird. (dio) |
Fotos: Dirk Oelschläger














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