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Bayerische
Coupé- Tradition
Coupés aus München sind seit
vielen Jahren eine feste Größe im bunten Automobilspektrum und so mancher Autofahrers
Traum. Ob das BMW Einstiegsmodell
ein echter Traumwagen oder nüchterne Realität ist klärt unser Fahrbericht.
Sportliche Coupés sind spätestens seit dem BMW 2002tii Jahrgang 1971 mit 130 PS, Kugelfischer-Einspritzdüse
und Drehstab-Stabilisatoren Synonym für faszinierenden Fahrzeugbau. 3.0 CS, 635 CSi
und die 8er-Reihe sind jedem Automobilenthusiasten ein Begriff und die 3er Reihe setzt
die erfolgreiche Tradition mit den vier Modellen 318 Ci, 320 Ci, 325 Ci und 330 Ci
fort.
Dezente Elleganz kennzeichnet das unauffällige Design des 318Cis, der erst auf
dem zweiten Blick weitere Unterschiede zur Limousine als die fehlenden Fondtüren preisgibt.
Die Silhouette ist geduckter und maskuliner als beim Viertürer, die Frontpartie mit
Nebelscheinwerfern erscheint eine Spur sportlicher und das Heck mit den markanten Rückstrahlern
im unteren Abschlussbereich lassen auch beim Hintermann keine Zweifel aufkommen, das
es sich hier um den Zweitürer handelt. BMW-Kennern fällt beim genauen Hinsehen der
Unterschied zwischen Vierzylinder- und Sechszylindermodellen auf, da bis auf den 318Ci
sämtliche Coupés mit einer zweistrahligen Auspuffblende ausgerüstet sind.
Das aber selbst das Kleinste unter den bayerischen Coupés über genügend Überholprestige
verfügt, wird spätestens auf mehrspurigen Straßen deutlich. Die rote Signallackierung
erledigt hierbei ihr übriges und wer bei den gegen Aufpreis erhältlichen Xenonscheinwerfern
nicht gespart hat erfreut sich auch Nachts über wehmütiges Platzmachen. Das der BMW
aber dennoch nicht zu den Rasern zählt verdankt er hauptsächlich seiner nicht gerade
üppigen Übermotorisierung.
Ernüchternd ist der brummige Vierzylinder, der unausgeglichen und angestrengt wirkt.
Das Drehzahlband des Einsachters bewegt sich bevorzugt auf höherem Niveau, was insbesondere
auf längeren Autobahnetappen ermüdend sein kann. Sein Durchzugsvermögen ist dennoch
beachtlich, doch hat das kleine Coupé alle Mühe, diverse TDIs und CDIs
einzuholen. Einmal am Berg den Schwung verloren braucht es eine Weile, um wieder auf
Touren zu kommen und lässt beim Piloten öfters den Wunsch nach mehr Drehmoment aufkommen.
Wer sich nicht am hohen Geräuschpegel stört wird spätestens in schnell durchfahrenen
Kurven begeistert sein. Dann zeigt sich der BMW von seiner Schokoladenseite und offenbart
mit einem exzellent abgestimmten Fahrwerk die Tugenden deutscher Ingenieurskunst. Keine
Frage, das ist der Maßstab an dem sich andere zu messen haben. Ob Bodenwellen oder
Querfugen, nichts bringt das Münchener Einstiegscoupé aus der Ruhe und zeigt deutlich,
das den Bayern der Kompromiss zwischen komfortabler und sportlicher Abstimmung hervorragend
gelungen ist. Die im Testfahrzeug optional eingebauten Sportsitze geben auch bei forscher
Fahrweise genügend Seitenhalt ohne dabei in den Lenden zu Zwicken und machen Langstrecken
zum Vergnügen.
Das etwas schmucklos geratene Interieur mit Dekorleisten aus schwarzem Kunststoff ist
grundsolide verarbeitet ohne jegliche Anzeichen von Klappern und Knistern und strahlt
eine bemerkenswerte Solidität aus. Ein wenig mehr Eleganz in Form von Alu- oder Holzdekoren
würden dem Innenraum ein Quäntchen mehr an Charme geben, doch bleibt das natürlich
eine Frage des persönlichen Geschmackes. Empfehlenswert ist das kompakte Multifunktions-Sportlenkrad
mit Bedienungseinheiten für Radio, Telefon und Tempomat, an das wir uns sehr schnell
gewöhnt haben. Erinnerungen kommen auf an den Standardsatz der Tupper-Tante "Sie
werden es nicht wieder missen wollen". Liebe zum Detail zeigt sich auch an den
hinteren Ausstellfenstern, die per Tastendruck elektrisch gekippt werden können. Im
Fondbereich fühlen sich durchaus auch groß gewachsene Personen wohl und erfreuen sich
an der bequemen, stark konturierten Rücksitzbank.
48.500 DM/24.800 sind mindestens anzulegen, um das Einstiegsmodell mit 87 kW/118
PS sein eigen zu nennen. Zahlreiche sinnvolle Extras wie DSC III (Dynamische Stabilitäts
Control) für 980 DM, Park Distance Control (680 DM), Klimaautomatik (2.700 DM) oder
Leichtmetallfelgen treiben den Preis leicht an die 60.000 DM-Schwelle. Sparsamkeit
ist auch an der Zapfsäule verpönt, im Schnitt 10,7 Liter Super (95 Oktan) auf 100 km
liefen über die Testdistanz durch die Einspritzdüsen, bei zurückhaltender Fahrweise
mit frühem Hochschalten sind aber auch durchaus Werte von 8,0 Liter realisierbar.
Ob der BMW 318 Ci nun Traumwagen oder nüchterne Realität darstellt entscheidet sich
letztendlich am Geldbeutel, denn in der nüchternen Basisausstattung fehlt ihm ein wenig
Pepp, um echte Faszination aufkommen zu lassen. Keinen Zweifel, das Zeug dazu ist im
Kleinsten der 3er Coupés im Erbgut allemal vorhanden und wahre Kenner werden dies zu
schätzen wissen. (dio) |






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