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Viel Auto
pro Euro
Chevrolet Nubira
Vorbei die Zeiten, in denen man bei Daewoo veraltete Technik verpackt in Barockdesign
bekam. Seit Jahresanfang werden auch in Deutschland die Daewoo-Modelle als Chevrolet angeboten. Das sich der Namenswechsel gelohnt hat, belegen eindrucksvoll die
aktuellen Verkaufszahlen. So konnte man sich in Deutschland über ein hervorragendes
Quartalsergebniss mit rund 4.600 Neuzulassungen freuen, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
ein Wachstum von rund 28 Prozent bedeutet. Zu diesem Ergebniss tragen in erster Linie
die Modelle Nubira, Nubira Kombi und Lacetti (Schrägheck) bei. www.automobilrevue.de
berichtet, wie sich die aktuellen Nubira-Modelle im hart umkäpften Wettbewerb behaupten.
Während in Deutschland kompakte Stufenhecklimousinen traditionell ein eher stiefmütterliches
dasein fristen, sind praktische Kombis bei den Käufern sehr beliebt. Dabei lässt sich
die Nubira Limousine mit ein paar Extras aus dem Chevrolet Zubehörprogramm ganz ordentlich
aufpäppeln und sorgt so für einen sportlich-dynamischen Auftritt, den man der Marke
bislang gar nicht zugetraut hat. Vier Alufelgen mit Niederquerschnittsbereifung, ein
kecker Heckspoiler, die ins Auge springende blaue Metallic-Lackierung sowie viel Chrom
und Holz im Innenraum machen aus dem Biedermann einen Eye-Catcher, der wie aus einem
Guss wirkt. Schon wenn man den Nubira das erste mal sieht, sind alle Bedenken ob eines
konservativen Autos schnell verflogen.
Italienischer Chic im Interieur
Gepaart mit ordentlichem Platzangebot hinterlässt die Limousine einen guten Eindruck,
der sich auch im Innenraum fortsetzt. Dort fallen viele kleine Details auf, die das
Fahren angenehm gestalten. So sind die zahlreichen Ablagemöglichkeiten vorne und hinten,
eine gut ausgestattete Mittelkonsole mit verschliessbarem Fach und Getränkehaltern
in der richtigen Höhe sowie die ausklapbare Armlehne mit Getränkehaltern auf der Rücksitzbank
nur ein paar Dinge, die zum wohlbefinden der Passagiere beitragen. Die schönen Holzimitatleisten
wirken hochwertig und heben sich positiv von der ansonsten eher grauen Plastiktristesse
ab, auch die Verarbeitungsqualität stimmt im Nubira. Die Metallimitate an Lenkrad,
Lüftungsdüsen und Mittelkonsole lassen ein wenig italiensches Flair ins Interieur und
würden auch einem Alfa Romeo gut stehen. Lediglich die billig wirkenden Plüschsitze
wirken völlig deplaziert und wollen so gar nicht ins sportlich-elegante Ensemble passen,
sind jedoch durchaus bequem und lassen auch auf Langstrecken keine Kreuzschmerzen aufkommen.
Kritik ist auch an der Fernentriegelung für den Kofferraum angebracht, deren Knopf
seltsam platziert war und dazu auch noch in der Farbe der Seitenverkleidung gehalten
ist. Den muss man erst mal finden. Und wenn man ihn dann wie so mancher unserer
Testfahrer - aus Neugierde während der Fahrt drückt, geht der Kofferraum auf und zwingt
so zum anhalten. Merkwürdig auch die Anordnung des Tankklappen-Öffners, der erst nach
einem Blick ins Handbuch entdeckt wurde. Ist der Kofferraum aber erstmal geöffnet,
steht dem Beladen nichts mehr im Wege. Sage und schreibe sieben Getränkekisten passen
problemlos in die 4,50 Meter lange Limousine. Wem das nicht reicht, der klappt einfach
die Rücksitzlehnen um.
Der Motor erfüllt nur die Euro-3-Abgasnorm
Der 1.8-Liter Vierzylinder stammt aus dem GM-Regal und leistet stramme 90 kW/122 PS.
Damit rennt der Nubira beachtliche 194 km/h und beschleunigt in 9,5 Sekunden von 0
auf Tempo 100. Hierbei ist fleissiges Schalten angesagt um den Motor bei Laune zu halten,
was jedoch mit der präzise abgestimmten Fünfgangschaltung kein Problem ist. Lediglich
die Schaltwege könnten etwas kürzer sein. Der Verbrauch im EU-Drittelmix ist mit 7,5Liter
Super/100 km angemessen und geht in Ordnung. Ein dramatisches Manko ist hingegen, das
der Chevrolet nur die Euro-3-Abgasnorm erfüllt und ein Dieselantrieb bislang leider
nicht lieferbar ist. Nichts auszusetzten gibt es beim Fahrverhalten, die weichgängige
Lenkung gehorcht auf kleinste Lenkbefehle und das Fahrwerk meistert fast alle Unebenheiten
problemlos.
Die von uns gefahrene Topversion CDX bringt von Haus aus eine komplette Serienausstattung
mit, zu der neben vier elektrischen Fensterhebern, Klimaautomatik, Radio mit CD-Wechsler
und Multifunktionslenkrad, Lordosenstützte für Fahrer- und Beifahrersitz sowie eine
Traktionskontrolle gehören. Lücken gibt es hingegen bei der Sicherheitsausstattung,
die ABS, elektronisch Bremskraftverteilung (EBD) und vier Airbags umfasst. Seitenairbags
hinten oder ESP? Fehlanzeige.
Der Kombi ist kaum teurer als die Limousine
Grösster Wettbewerbsvorteil der Nubira Limousine ist ihr attraktiver Preis, der für
die Basisausführung 1.6 SE (80 kW/109 PS) bei nur 14.390 Euro liegt. Der stärkere 1.8-Liter-Motor
bleibt dem Topmodell CDX vorbehalten, für das 16.790 Euro fällig werden. Hauptkonkurrent
für den Rucksack-Chevy dürfte jedoch der Nubira Kombi sein, der nur 200 Euro mehr kostet
und alles noch ein bisschen besser kann als die Limousine. In der Optik gibt er sich
deutlich zurückhaltener als die Limousine und gefällt durch die von Pininfarina geschaffene
elegante Linienführung. Eine serienmässige Dachreling gibt ihm dabei den letzten Schliff.
Die Rücksitzlehne ist asymmetrisch umklappbar und schafft so Platz für bis zu 1.410
Liter Gepäck. Nur der enge Abstand zwischen den Radkästen schränkt die Beladungsfreiheit
etwas ein.
Fazit
Reichlich Platz, viel Ausstattung, kleiner Preis damit hält der Chevrolet Nubira
alle Trümpfe in der Hand. Das gefällige Design und die saubere Verarbeitung machen
den Nubira zum Geheimtipp. Kleinere Schwächen wie die billigen Plüschsitzte und die
versteckte Anordnung einiger Knöpfe können dabei getrost in Kauf genommen werden. Grösstes
Manko sind die Euro3-Abgasnorm und der fehlende Diesel. (dio)
Technische Daten
(Werksangaben)
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Motorbauart/Zylinderanzahl |
Vierzylinder-Reihenmotor |
|
Hubraum [cm3] |
1.799 |
|
Leistung [kw/PS]
bei U/min |
90/122 bei
5.800 |
|
Max. Drehmoment
[Nm] bei U/min |
165 bei 4.000 |
|
Antrieb |
Frontantrieb |
|
Länge x Breite
x Höhe [mm] |
4.500x1.725x1.445
(Limousine) 4.580x1.725x1.500 (Kombi) |
|
Radstand [mm] |
2.600 |
|
Leergewicht
/ Zuladung [kg] |
1.285/410 (Limsousine)
1.355/515 (Kombi) |
|
Kofferraum
[L] |
405 (Limousine)
400-1.410 (Kombi) |
|
Tankinhalt
[L] |
60 |
|
Höchstgeschwindigkeit
[km/h] |
194 |
|
Beschleunigung
0 - 100 km/h [s] |
9,5 |
|
Durchschnittsverbrauch
[L/100 km] |
7,5 Super 95 |
|
Grundpreis
[Euro] |
16.790 |
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Fotos: Thomas Oelschläger

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