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Gemälde
auf Rädern
Citroen
bringt auf Basis des erfolgreichen Xsara einen Kompaktvan auf den Markt, benennt ihn
nach dem bekanntesten und bedeutensten Maler des 20. Jahrhunderts, Pablo Picasso, und
bricht mit althergebrachten Minivan-Traditionen. www.automobilrevue.de fuhr den malerischen
Citroen Xsara Picasso und testete ihn auf seine Alltagsqualitäten.
Pablo Picasso prägte mit seinen Gemälden und Grafiken eine ganze Generation von Künstlern.
Offenbar auch die Designer von Citroen, die dem Xsara Picasso ein modernes, eigenständiges
Äußeres verpassten und den Wagen damit von der Masse der Minivans heraushoben. Von
Stoßstange zu Stoßstange verläuft die Karosserie in einem geschwungenen Bogen, so das
der Wagen die Form eines 4,28 m langen Ovals hat. Durch den Radstand von stolzen 2,76
m resultieren großzügige Platzverhältnisse im Innenraum. Leider erweist sich diese
Karosserieform für den Fahrer aber als etwas unübersichtlich, so das man gerade für
vorne eine gute Portion Augenmaß beim Einparken und Rangieren braucht.
Vom Fahrerplatz hat man dank der etwas erhöhten Sitzposition einen guten Blick über
das Verkehrsgeschehen, auch wenn sich der Sitz für große Fahrer nicht weit genug nach
hinten verschieben lässt. Dafür sind die Vordersitze bequem und die Armlehnen ermöglichen
ein entspanntes Reisen. Leider verfügen die serienmäßigen Ledersitze über keine Sitzheizung,
die sich auch als Sonderausstattung nicht ordern lässt.
Das Armaturenbrett kommt als Plastikburg daher, mit den für Citroen typisch-verspielten
Instrumenten. Als extrem störend empfanden wir die sich in der schrägen Frontscheibe
spiegelnden Lüftungsschlitze. Ungünstig angebracht sind auch die Schalter für die Fensterheber
der Heckscheiben. Sie befindet sich links unten, hinter dem Lenkradkranz verborgen
und lenken den Fahrer beim Benutzen stark vom Verkehr ab, da sie aus der normalen Sitzposition
aus nicht zu erkennen sind.
Dafür gefiel uns das zentrale Display mit allen wichtigen Anzeigen in der Mitte des
Armaturenbretts. So hat auch der Beifahrer einen guten Blick auf die Instrumente. Leider
sparte sich Citroen den Drehzahlmesser. Sehr gewöhnungsbedürftig ist der Tacho mit
seinen großen Digitalzahlen, wie sie in den frühen 90er Jahren schon mal modern waren.
Unsere Testfahrer hätten ausnahmslos die altbewährte analoge Form bevorzugt. Auch hätten
wir uns ein paar Ablagen und Becherhalter mehr gewünscht, insbesondere für den ganzen
Kleinkram, der sich in einem Auto so ansammelt. Zwar bietet der Picasso im Fußraum
der Heckpassagiere zwei Fächer als "Keller" und eine Schublade unter dem
Beifahrersitz, aber zwischen den Vordersitzen wäre Platz für eine Ablagebox, da sich
der Schalthebel gut erreichbar an der Mittelkonsole befindet. Citroen hält diesen Platz
zwar absichtlich frei, um einen Durchstieg in die zweite Reihe zu bieten (es gibt keinen
Kardantunnel; der Fußboden ist durchgehend eben), aber dafür ist dieser Raum dann doch
wieder zu eng. Auf dem Armaturenbrett befinden sich zwei mit Gummimatten versehene
Ablagen, auf denen man zwar Kleinzeug wie Brillen, Zigaretten, etc. ablegen kann, aber
in der Praxis erweisen sich diese Ablagen als unpraktisch, da man sich immer weit vorbeugen
muss, um an die abgelegten Gegenstände zu kommen.
Der helle Innenraum bietet großzügige Glasflächen mit netten Dreiecksfenstern vorne
und hinten, zu dem das große Panorama-Glasschiebedach sein übriges dazu beiträgt. Es
reicht über die gesamte Dachfläche und lässt sich im vorderen Teil elektrisch verstellen.
Leider verursachte dieses Glasdach bei unserem Test-Picasso auf der Autobahn ab 100
km/h unangenehme Rausch- und Pfeifgeräusche. An den Rückseiten der Vordersitze sind
wie in einem Flugzeug Tabletts angebracht, die heruntergeklappt werden können. Ein
ähnliches System bietet auch der mittlere der drei Einzelsitze hinten. Klappt man dessen
Lehne nach vorne um, kommt ebenfalls ein Tablett mit Becherhalter zum Vorschein. Das
ist clever und praktisch, wenn man nur mit 4 Personen reist. Überhaupt trumpft der
Picasso mit den exzellenten Platzverhältnissen für die mitreisenden Passagiere in der
zweiten Reihe auf. Die Sitze sind auffallend bequem und der Knieraum auch für große
Mitfahrer mehr als ausreichend.
Im Kofferraum, der mit 550 Litern großzügig bemessen ist, fällt sofort eine serienmäßige
sogenannte Modubox auf, die seitlich angebracht ist. Sie ist multifunktionell nutzbar
als Faltbox für Einkäufe und dank zweier Räder und einem Griff als Transportmittel
für Getränkekisten oder ähnlich schweres Ladegut. Im Testalltag war der Nutzen dieser
Box immer wieder stark gefragt. Die niedrige Ladekante, der ebene Kofferraumboden und
die große, nach oben öffnende Hecktür tun ihr übriges, um das Be- und Entladen des
Gepäckraumes so einfach wie möglich zu gestalten. Sollte mehr Raum gebraucht werden,
so lassen sich die Hecksitze nach vorne klappen oder ganz herausnehmen. Das geht recht
einfach, auch dank des Gewichts. Ein Sitz wiegt nur ca. 14 kg.
Sparsam und kultiviert arbeitet der 2.0 HDi Common-Rail Diesel mit 66 kW/90 PS. Er
ist kein Wuchthammer wie manch anderer Diesel-Direkteinspritzer, da ihm ein Ladeluftkühler
fehlt, aber schließlich spricht der Picasso gerade Familien als Zielgruppe an. Wer
allerdings mehr eine sportliche Fahrweise bevorzugt, der würde sich dann aber doch
ein paar Pferde mehr unter der Haube wünschen. Gerade in der Beschleunigung macht sich
das recht deutlich bemerkbar. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei rund 175 km/h, was
für einen Minivan mehr als ausreichend ist. Dabei glänzt der Picasso auch bei höheren
Geschwindigkeiten mit einem exzellenten Geradeauslauf und einer Federung, die den Franzosen
so schnell keiner nach macht. Lediglich die Seitenwindanfälligkeit fällt hier etwas
negativ aus dem Rahmen. Citroen gibt für den Picasso 2.0 HDi einen Durchschnittsverbrauch
von 5,5 l/100 km an. Unsere ermittelten Werte lagen nur wenig darüber. In Verbindung
mit dem 55 l -Tank fallen die Intervalle für die Tankstopps recht lang aus.
Für EUR 22440,- in der Exclusiv-Ausstattung verfügt der Citroen Xsara Picasso serienmäßig
über all die luxuriösen Ausstattungsdetails, die uns das Autofahrerleben leicht und
unbeschwert machen. Dazu kommen die großzügigen Platzverhältnisse und das gutmütige
Fahrverhalten. Die Citroen-Fans werden diesen Franzosen mögen und die Weichen stehen
gut, das diese Fans mehr werden dürften. Trotz runder Karosserie beweißt der Picasso
Ecken und Kanten. Damit ist dafür gesorgt, das diesem Minivan ein lang anhaltender
Erfolg garantiert ist, genau wie es bei den Gemälden des Namensgebers Pablo Picasso
der Fall ist. (tho)
Citroen bei www.automobilrevue.de:
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Weitere Informationen bei:
www.citroen.de |
Fotos: Thomas Oelschläger











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