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Kühle
Brise auf schattiger Terrasse
Im September 1999 tauchte der
Daewoo Rezzo während
einer Vorpremiere zur IAA erstmals kurz in der Öffentlichkeit auf. Die internationale
Automobilpresse versammelte sich in der Frankfurter Disco L.O.F.T. house, um die Weltpremiere
der damals noch Tacuma genannten Studie zu verfolgen. Passend zum Namen, einem aus
dem afrikanischen entnommenen Ausdruck für einen fröhlichen Lebensstil, trommelte eine
Gruppe "Wilder" wie verrückt auf Radkappen, Kotflügel und Motorhauben herum
und verkündete die frohe Botschaft vom neuen Vielzweckfahrzeug.
Rund anderthalb Jahre dauerte es, bis der inzwischen in Rezzo umgetaufte Kompaktvan
dann im Frühjahr 2001 zu uns auf die Straßen kam. Wobei der italienische Begriff Rezzo
das herrliche Gefühl beschreibt, während einer kühlen Brise auf einer schattigen Terrasse
zu sitzen. Italienischer Abstammung ist auch das Design des Rezzo, bedienten sich die
hauseigenen Stylisten doch den Künsten des Altmeisters Pininfarina und der Unterstützung
von Italdesign (Giugiaro). Herausgekommen ist ein pfiffiges und modernes Freizeitfahrzeug
mit eigenständigem Charakter.
Obwohl der Rezzo nur 4,35 m lang und 1,75 m breit ist, wirkt er deutlich wuchtiger.
Die markante Frontpartie mit großen Scheinwerfern hinter Klarglasabdeckungen und verchromten
Kühlergrill zeugen von Familienzugehörigkeit, ohne das ein eigenständiges Profil verloren
geht. Der Gipfel ist allerdings nicht die bemerkenswerte Höhe der formschönen Karosserie
von einsachtundfünfzig, als vielmehr die einmaligen vertikalen Heckleuchten, die fast
schon als Hommage an die legendären Heckflossen der 50er Jahre gelten dürfen.
Uns überzeug der Daewoo auch im Innenraum, auch wenn wir hier nicht unbedingt einen
Preis für das schönste Design vergeben würden. So finden wir die Holzapplikationen
eher etwas kitschig und unpassend, doch liegen seine Stärken vielmehr in der hohen
Funktionalität und Variabilität sowie in seinen reichlichen Platzreserven. Der Pilot
genießt Dank der erhöhten Sitzposition und eines achtfach verstellbaren Fahrersitzes
mit seitlichen Armlehnen einen tollen Rundumblick und hat seine Instrumente sicher
im Griff, lediglich die Beinverstellung ist für Personen jenseits 1,80 Meter knapp
bemessen. Die Bedienung ist logisch und bereitet auch Umsteigern aus anderen Fabrikaten
keinerlei Schwierigkeiten. Schön: Der Beifahrersitz kann um 180 Grad geschwenkt werden.
Im Fond kommt bei unseren Testern fast Flugzeugstimmung auf, so dürfen sich die Insassen
auf drei Einzelsitzen niederlassen, wobei der mittlere heruntergeklappt auch als großflächiger
Ablagetisch für ausgedehnte Mau-Mau Sessions dient. An den Rückseiten der Vordersitzlehnen
sind praktische Klapptabletts angebracht - fasten your seatbelt and get ready for take
off. Für kleineres Handgepäck sind zahlreiche Ablagen vorhanden, die obligatorischen
Cupholder vorne und hinten dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Langzeiturlauber können
bis zu 347 Liter Gepäck im Kofferraum verstauen. Werden die drei Rücksitze (35:30:35)
zusammengelegt und nach vorne umgeklappt, können beachtliche 1.425 Liter transportiert
werden.
Mit an Bord sind zahlreiche serienmäßige Annehmlichkeiten wie elektrische Fensterheber,
Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Klimaanlage, Leichtmetallräder, ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung und vier Airbags. Auf Wunsch gegen Aufpreis kann noch eine Klimaautomatik
sowie ein elektrisches Schiebedach geordert werden. Die im Testwagen eingebauten Teil-Ledersitze
sowie die Radio-Fernsteuerung im Lenkrad sind für den deutschen Markt noch nicht erhältlich.
Aus Verfügbarkeitsgründen wurde das Testfahrzeug aus Italien importiert und unterscheidet
sich in Details leicht von der deutschen Version.
Sauber abgestimmt ist das Fahrwerk mit McPherson Federbeinen vorne und Verbundlenkerachse
hinten, ein Paket, das von Porsche hinsichtlich Ansprechverhalten und Stabilität optimiert
wurde. Selbst lange Bodenwellen werden glatt abgebügelt, lästige Betonfugen auf Autobahnen
bringen die stabile Karosserie in keiner Situation zum Stuckern. Der hohe Aufbau fordert
jedoch sein Tribut bei starken Seitenwinden und läßt das Fahrzeug schnell aus der Spur
laufen, während der Fahrer dabei leicht aus der Haut fahren kann.
Positiv aufgefallen sind die guten Fahrleistungen des Rezzos, dessen Zweiliter Vierzylinder
89 kW/121 PS bei 5.600 U/min leistet und der ein maximales Drehmoment von 176 Nm bei
4.000 Umdrehungen erreicht. Dies wiederum führt zu häufigen Schaltvorgängen, da sich
die Kraft nur im oberen Drehzahlbereich optimal entfalten kann. Nur gut, daß die Getriebeabstimmung
harmonisch verläuft und Gangwechsel leicht von der Hand gehen. Die Höchstgeschwindigkeit
liegt bei 188 km/h (Tacho 200 km/h), von Null auf Tempo 100 vergehen 10,5 Sekunden
(Werksangaben). Wer die Leistungsreserven allerdings häufig ausnutzt oder viel im Kurzstreckenverkehr
unterwegs ist darf sich nicht wundern, wenn der 60 Liter Tank häufig wieder befüllt
werden muß. Im Durchschnitt konsumierte der Daewoo 9,0 Liter Super 95 auf 100 Kilometern
(Werksangaben), es können aber auch schon mal 12,0 Liter sein und das ist deutlich
zu viel.
Daewoo bietet den Rezzo ausschließlich als 2.0 CDX für günstige 16.900 (33.054
DM) an. Im April wird als Basisversion eine 1.6-Liter Maschine mit 77 kW/104 PS nachgeschoben,
eine Dieselmotorisierung ist vorerst leider noch nicht erhältlich. In unserer Redaktion
hat sich der koreanische Kompaktvan durch seine hohe Flexibilität und Komfort schnell
beliebt gemacht. Er fiel als ein angenehmes Reisefahrzeug mit viel Platz auf und leistete
sich keine nennenswerten Schwächen. Das darf er auch nicht, tritt er doch im Markt
gegen etablierte Mitbewerber wie vom Schlage eines Renault Scenic, Opel Zafira und
Nissan Almera Tino an.
Daewoo: Neufahrzeug-Konfigurator ist online
In fünf Schritten zum Wunsch
Daewoo
Auf der Webseite von Daewoo Deutschland unter www.daewoo-auto.de kann ab sofort das Wunsch-Auto am heimischen PC konfiguriert werden. Für alle
fünf Modelle (Matiz, Lanos, Nubira, Leganza, Rezzo) können Ausstattungsvariante, Farbe
und Sonderausstattung gewählt werden. An zentraler Stelle finden sich unter dem Modell
die technischen Daten, der Preis sowie die gewünschten Sonderausstattungen. Über eine
Mail-to-Fax-Funktion kann der Nutzer einen Termin zur Probefahrt bei seinem nächstgelegenen
Händler ausmachen. (dio) |
Fotos: A. Setiawan










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