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Familienkutsche
für Herrchen und Hund
www.automobilrevue.de packte
Familie und Hund in den Ford Mondeo Turnier 2.5-V6 Ghia und ging auf große Fahrt.
Da steht er also, der neue Ford
Mondeo, eher unauffällig, aber mit der markanten Frontgestaltung, die sich durch alle
neuen Ford Modellreihen zieht. Klappt man die bekannte Ford-Pflaume auf dem Kühlergrill
zur Seite, zeigt sich ein Schlüsselloch. Die Motorhaube muß zum Öffnen aufgeschlossen
werden. So wird das Herzstück vor kriminellen Eingriffen geschützt. Leicht gleitet
sie per Gasdruckstoßdämpfer nach oben und gibt den Blick frei auf den 24-Ventiler-V6
aus Aluminium, der aus 2,5 l Hubraum 125 kW/170 PS schöpft.
Doch bevor es los geht, darf der Hund seinen neuen Liegeplatz im Gepäckraum begutachten.
Hinter der großen Heckklappe tut sich ein fast quadratischer Raum auf. 1,14 m Fläche
in Länge und Breite reichen unserem Schäferhund bequem aus, um auch längere Reisen
streßfrei zu überstehen. Wer lieber große Gepäckstücke transportiert, kann die Rückbank
im Verhältnis 30:70 umklappen und hat so eine Ladelänge von 1,92 m zur Verfügung. Genug,
um notfalls auch mal einen Schlafsack auszurollen und bequem eine Mütze voll Schlaf
zu nehmen.
Aber so müde sind wir noch nicht. Denn schließlich geht die Fahrt erst los. Auf dem
Fahrersitz Platz genommen findet man dank der zahlreichen elektrischen Verstellmöglichkeiten
des Fahrersitzes schnell eine bequeme Position. Selbst Fahrer über 1,90 m Körpergröße
fühlen sich hier nicht beengt. Leider ergibt sich aber bei großen Fahrern der Nachteil,
das der Lenkradkranz einen Teil der oberen Warnleuchten in der Armaturentafel verdeckt.
So erkannte unser Testfahrer z.B. die leuchtende Tankkontroll-Leuchte eher zufällig.
Nun streift der Blick über die elegant moderne Cockpitgestaltung aus Aluminium und
schwarzem Kunststoff. Das Lederlenkrad mit seinen vier Speichen schmeichelt den Händen.
Alle Taster und Schalter sind logisch und sinnvoll angeordnet, so daß man sich blind
zurechtfindet. Originell ist der Dosenhalter, der auf Knopfdruck für den Beifahrer
ausfährt, sinnvoll die praktische Brillenablage im Himmel und die zahlreichen Ablagen
für alles, was nicht lose im Fahrerraum herumliegen soll. Als gewöhnungsbedürftig erweist
sich der Hebel für das Öffnen der Tankklappe. Er ist im Fußraum links vor dem Fahrersitz
angebracht. Es gibt bequemer erreichbare Stellen im Mondeo, als ausgerechnet hier.
Auch der an einer Kunststoffkordel angebrachte Tankverschluß erweist sich zumindest
beim Neuwagen als Fummelei, weil die starre Kordel den Verschluß ständig vor die Tanköffnung
zurückzieht. Vielleicht erledigt sich dieses Problem ja, wenn die Kordel erst einmal
etwas ausgeleiert ist. Dafür kann man auch den Tankverschluß nicht auf irgendwelchen
Zapfsäulen vergessen!
Nun aber ist es soweit. Kaum hörbar nimmt der V6 seine Arbeit auf, sanft gleitet der
Mondeo Turnier vom Parkplatz. In nur 9 Sekunden sind die 100 km/h erreicht. Der kurze
Schaltknauf flitzt so exakt durch die Gangkulisse, daß es eine wahre Freude ist. Es
ist mühsam, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf der Landstraße einzuhalten, weil
der Gasfuß kribbelt. Also nichts wie rauf auf die Autobahn und ordentlich Gas gegeben.
Erst bei rund 220 km/h ist mit dem Vortrieb Schluß. Zu keiner Zeit kommt ein Gefühl
des Unbehagens auf. Dafür sorgt nicht nur das breite Fahrwerk, welches konsequent auf
komfortables Reisen abgestimmt wurde, sondern auch die direkt reagierende Servolenkung
und die moderne Fahrwerksaufhängung, die jederzeit einen exzellenten Kontakt zur Straße
vermitteln.
Überhaupt wurde im Mondeo die Sicherheit großgeschrieben. Seitenairbags in den Vordersitzen
und zusätzliche Kopf-Schulter-Airbags sind Standard. Ein elektronisch gesteuertes intelligentes
Sicherheitssystem sorgt im Notfall für ein optimales Zusammenspiel aller Sicherheitskomponenten.
Zu nennen sind hier auszugsweise die aktiven Kopfstützen, die pyrotechnischen Gurtstraffer
und auch die Sicherheitspedalerie, die bei einem Aufprall das Bremspedal auskuppelt
und dadurch das Verletzungsrisiko im Fußraum erheblich senkt.
Die Außentemperatur beträgt 34 Grad, trotzdem behalten Fahrer und Hund dank der serienmäßigen
Klimaautomatik einen kühlen Kopf. Das Autoradio mit integriertem CD-Player läßt sich
bequem per Fernbedienung - die unterhalb des Blinkerhebels an der Lenksäule befestigt
ist - regeln. Wir persönlich hätten zwar auf eine solche Fernbedienung verzichten können,
da man das Radio problemlos auch so erreicht. Zudem machte sie einen recht wackeligen
Eindruck und störte unseren hochgewachsenen Testfahrer, der mit seinem Knie in besorgniserregende
Nähe kam. Zur Ehrenrettung muß aber gesagt werden, das sich damit nach kurzer Eingewöhnungszeit
alle relevanten Einstellmöglichkeiten des Audiosystems bewerkstelligen lassen ohne
die Hände vom Lenkrad zu nehmen.
Am Reiseziel angekommen geht es in ein enges Parkhaus. Hier zeigt sich eine der Schwächen
des modern gestylten Wagens. Zum Einparken gehört eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl
und Selbstvertrauen, sind doch die vorderen Fahrzeugkanten durch die sanft abfallenden
Rundungen der Motorhaube nur schwer zu erahnen. Und wer will schon einen kleinen Parkrempler
riskieren, denn die in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger bekommen leicht mal einen Kratzer
ab.
Insgesamt gesehen bietet der Ford Mondeo Turnier 2.5-V6 Ghia für 26.075 Euro/50.999
DM viel Auto fürs Geld, mit vielen serienmäßigen Extras, die anderswo nur in der Aufpreisliste
zu finden sind. Einzig der recht hohe Testverbrauch mit durchschnittlich 11,8 l/100km
fiel in der Bilanz negativ auf. Entspannt entsteigt Herrchen dem Ford Mondeo. Selbst
lange Fahrten sind mit dem bequemen aber agilen Mondeo Turnier eine Freude. Der Hund
ist der gleichen Meinung und will seinen Platz im Kofferraum gar nicht mehr aufgeben.
(tho) |







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