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Des Jeeps
neue Kleider
1977 wurde der erste Jeep Cherokee
der Öffentlichkeit in Amerika vorgestellt und eine Fahrzeuggattung geschaffen, die
erst viele Jahre später unter dem Begriff Sports Utility Vehicles kurz SUV
in aller Munde sein wird. 3 Millionen verkaufte Fahrzeuge in 90 Ländern sprechen für
sich und bilden die Basis für den weiteren Erfolg des Cherokee.
Für 2005 wurde der Jeep einem intensiven Facelifting unterzogen, welches außer zahlreichen
Neuerungen auch einen neuen Dieselmotor und ein modernes Sechsganggetriebe mit sich
bringt.
Auffällig ist sofort das breitere, wuchtigere Erscheinungsbild, welches den Jeep noch deutlicher
als solchen erkennbar macht. Insbesondere der höhere Kühlergrill mit den sieben charakteristischen
Lufteinlass-Schlitzen prägt das Gesicht nachhaltig. Einer Kosmetikkur unterzogen wurde
zudem die komplette Frontschürze, welche jetzt unter den Scheinwerfern Platz hat für
serienmäßige Nebelscheinwerfer und weit herumgezogene Blinker.
Spezifisch für die einzelnen Modellvarianten vom Cherokee Sport, über Cherokee
Limited bis hin zu dem von uns gefahrenen Cherokee Renegade gibt es jeweils neue unterschiedliche
Ausstattungsvarianten, wobei sich der Renegade klar von den Modellen Sport und Limited
abhebt und durch seinen Abenteuerlook einen etwas anderen Kundenkreis ansprechen soll.
Für sein kernigeres Äußeres sorgen die höher angebrachten Gelände-Nebelleuchten, Schutzgitter
für die Rückleuchten, aber gerade auch die in den Radlaufverbreiterungen sichtbaren
Schraubenköpfe. Dazu kommen seitliche Schwellerschutzrohre, Unterfahrschutz und Schutzplatten
unter Verteilergetriebe, Tank und Vorderachse.
Natürlich machte die Frischzellenkur auch im Innenraum nicht halt, und so wurden neben
den Armaturen und Schaltern, die jetzt eine bessere Lesbarkeit und Ergonomie versprechen,
vor allem die Sitze verbessert. Sie bieten nun eine höhere Qualität und einen besseren
Sitzkomfort. Zudem ist die Sitzauflage auch in der Länge und Breite gewachsen. Das
Cockpit wirkt insgesamt optisch ansprechend und modern.
Die größte Neuerung im Jeep Cherokee betrifft die Motorisierung. Die Chrysler Ingenieure
pflanzten dem SUV den neu entwickelten 2,8 Liter CommonRail Turbodiesel (CRD) mit variabler
Turbinen-Geometrie (VTG) ein, welcher auch im aktuellen Voyager zu finden ist. Die
VTG-Technik sorgt für ein spontanes, verzögerungsfreies Ansprechen auf die Gaspedalbewegungen
des Fahrers und verhindert das berüchtigte Turboloch. Der neue Reihenvierzylinder erreicht
eine Höchstleistung von 120 kW (163 PS) bei 3.800 Umdrehungen pro Minute und ist beim
Drehmoment von 400 Newtonmeter bei 1.800 Umdrehungen Klassenbester.
Leider ist ein Rußfilter von Chrysler für den Jeep nicht zu bekommen. Laut Dr. Charles
McKay, dem Leiter des Produktmanagements, ist ein solcher Filter auch nicht nötig,
da der 2,8 CRD bereits die Euro 4 Einstufung erfüllt und somit Abgaswerte erreicht,
die auch mit Rußfilter nicht unterboten werden können. Allein durch die Gewichtsklasse
des Jeep Cherokee stuft ihn der Gesetzgeber mit Euro 3 ein.
Neu ist auch ein Sechsgang-Schaltgetriebe, dessen erster Gang für temperamentvolle
Starts und antrittstarke Beschleunigung besonders kurz ausgelegt ist. Der sechste Gang
bietet dagegen eine besonders lange Übersetzung und senkt so neben Drehzahl und Geräuschen
auch den Kraftstoffverbrauch bei Reisegeschwindigkeit. Auf Wunsch steht auch ein Fünfgang-Automatikgetriebe
zur Verfügung, für das Chrysler zwar 1.100 Euro Aufpreis verlangt, das aber auf jeden
Fall eine Überlegung wert ist, da es präzise schaltet und sehr gut zu dem neuen Motor
passt.
Bei unserer Testfahrt durch Brandenburg musste sich der Cherokee Renegade allen erdenklichen
Straßenzuständen stellen. Vom Großstadtverkehr aus Berlin heraus bewährt sich die erhöhte
Sitzposition. Man thront quasi über dem Verkehrsgeschehen und die Übersicht verleiht
zusätzliche Sicherheit. Auf dem Lande ging es über Plattenstraßen und unbefestigte
Feld- und Waldwege, wo das Fahrwerk allerhand wegstecken musste, was bei 20 Zentimeter
Federweg den Geländewagen vor keinerlei Probleme stellte.
Im extremen Gelände auf einem ausrangierten Militärflugplatz wühlte sich der Jeep über
Sandhügel und Gräben hinweg. Dabei unterstützt der in Kombination mit dem Automatikgetriebe
eingebaute permanente Allradantrieb das Vorrankommen. Die Modelle mit der Sechsgangschaltung
verfügen über einen zuschaltbaren Allradantrieb, welcher prinzipiell im Gelände das
Gleiche leistet.
Unsere Fahrt endet in den Tropen. Wir stehen mit dem Wagen vor Tropical Island, dem neuen Badeparadies in der ehemaligen Cargolifter-Halle, in der eigentlich
einmal neue Zeppeline gebaut werden sollten. Jetzt befindet sich in der größten freitragenden
Halle der Welt eine tropische Badelandschaft und verwöhnt anspruchsvolle Gäste, wie
zum Beispiel auch Fahrerinnen und Fahrer des neuen Jeep Cherokee. Chrysler hat ihn
mit dem neuen Dieselmotor und den gelungenen Verbesserungen rundum fit für die Zukunft
gemacht. Damit steht dem Erfolg für die nächsten Jahre nichts im Wege. (tho)
Technische Daten Jeep Renegade
2.8 CRD
(Werksangaben)
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Motorbauart/Zylinderanzahl |
4 Zylinder
Reihenmotor mit Common Rail Direkeinspritzung und Turbolader mit variabler
Turbinengeometrie |
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Hubraum [cm3] |
2776 |
|
Leistung [kw/PS]
bei U/min |
120/163 bei
3800 |
|
Max. Drehmoment
[Nm] bei U/min |
400 bei 1800 |
|
Antrieb |
Allradantrieb |
|
Länge x Breite
x Höhe [mm] |
4496 x 1819
x 1817 |
|
Radstand [mm] |
2649 |
|
Leergewicht
/ Zuladung [kg] |
1980 - 2150/370
- 540 |
|
Kofferraum
[L] |
min. 909 /
max. 1951 |
|
Tankinhalt
[L] |
78 |
|
Höchstgeschwindigkeit
[km/h] |
174 |
|
Beschleunigung
0 - 100 km/h [s] |
12,8 |
|
Durchschnittsverbrauch
[L/100 km] |
9,3 l Diesel |
|
Grundpreis
[Euro] |
31.190,- |
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Fotos: Th. Oelschläger
















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