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Herausforderer
Kia Carens CRDi
Kia schickt sich mit der
zweiten Generation des Carens an, in der mittlerweile hart umkämpften Klasse der fünf-
bis siebensitzigen Kompaktvans eine deutlich stärkere Rolle als bisher zu spielen.
www.automobilrevue.de nahm den Neuling unter die Lupe.
Auffallend unauffällig gibt sich das völlig neu konzipierte Familienauto, das im Vergleich
zum Vorgänger in den Abmessungen gewachsen ist und mit einem klaren, schnörkellosen
Design auf die Straße rollt. Allenfalls ein leicht sportlicher Touch kann aus dem Erscheinungsbild
interpretiert werden, das betont geradlinig und robust gezeichnet ist. Zweifelsohne
will der Carens keine neue Design-Ikone sein sondern durch seine inneren Werte Sympathiepunkte
erzielen.
Die Koreaner wollen zusammen mit den neuen Ceed ihre Rolle als junge, dynamische
Einstiegsmarke insbesondere im in Europa so beliebten C-Segment weiter stärken. Davon
zeugt auch das neue Selbstbewußtsein der Asiaten, die den europäischen Carens Absatz
von 17.000 Einheiten im Jahr 2005 auf 50.000 ab dem Jahr 2009 ausbauen möchten. Um
dieses ehrgeizige Ziel umsetzen zu können, wurden die Produktionskapazitäten in Südkorea
auf nun 150.000 Carens-Exemplare erweitert.
Nur zwei Motorisierungen lieferbar
Zum Verkaufsstart im vergangenen Oktober gibt es den Kia allerdings nur mit zwei Motorisierungen
einen 140 PS starken Diesel und einen 145 PS Benziner, jeweils als Fünf- und
als Siebensitzer. Ein kleineres Selbstzündertriebwerk mit 115 PS soll ab der zweiten
Jahreshälfte 2007 als abgespeckte Einstiegsversion folgen.
Das schlichte und klare Designkonzept des Exterieurs setzt sich auch im Innenraum fort.
Während so mancher Wettbewerber durch ein überladenes Armaturenbrett und wahllos verstreute
Schalter eher an ein Flugzeugcockpit erinnert, steigt man in den Carens einfach ein
und fährt los. Seine Instrumententafel geht schwungvoll in die zum Fahrer geneigte
Mittelkonsole über, die den hoch positionierten Schalthebel des serienmäßigen Sechsganggetriebes
aufnimmt.
Allenfalls das im Testwagen eingebaute Multimedia-Festplatten-Navigationssystem mit
Touchscreenmonitor sorgte durch seine komplizierte Bedienung und die viel zu kleinen
Tasten für Frust. Anstatt eines praktischen Lautstärkereglers am Lenkrad gibt es eine
umständliche Fernbedienung, die mit einer unüberschaubaren Anzahl von Funktionen nicht
nur völlig überfrachtet ist sondern noch dazu ständig im Auto herumfliegt.
Nichts auszusetzen gibt es im sorgfältig ausgestatteten Innenraum mit seinen zahlreichen
Ablagen und etlichen Getränkehaltern. So besitzt der neue Carens Ablagefächer in der
geräumigen Tunnelkonsole sowie ein Doppelstaufach zwischen den Vordersitzen, deren
Abdeckung als Mittelarmlehne dient. Damit auf längeren Etappen keiner Durst schieben
muß, befinden sich zwei Getränkehalter auf der Tunnelkonsole sowie zwei ausfahrbare
Getränkehalter in der zweiten Reihe. Weitere Flaschenhalter befinden sich in den vier
Türen sowie beim Siebensitzer rechts und links in der Seitenverkleidung der dritten
Sitzreihe.
Dinge des Alltags nehmen neben dem geräumigen Handschuhfach auch das separate Ablagefach
im Gepäckraumboden auf.
Größerer Innenraum
Doch auch die Passagiere sind im Kia gut aufgehoben. Der im Vergleich zum Vorgänger
deutlich höhere und breitere Innenraum des neuen Modells erlaubt breitere Sitzflächen
und Rückenlehnen für Fahrer und Beifahrer. Im von uns gefahrenen Siebensitzer sind
die Sitze in der zweiten Reihe in der Länge verschiebbar und verfügen über neigungsverstellbare
Rückenlehnen. In Reihe drei wird es allerdings für Erwachsene sehr eng und sollte nur
auf kurzen Strecken zugemutet werden. Allenfalls Kinder und Kleinwüchsige dürften sich
hier dauerhaft wohlfühlen. Bei Nichtgebrauch läßt sie sich jedoch so einklappen, das
der Kofferraumboden völlig flach ist. Werden dazu noch die Sitzflächen und Rückenlehnen
der zweiten Reihe umgeklappt, entsteht eine bis zu zwei Meter lange, ebene Ladefläche
und der Kompaktvan nimmt dann gar keine kompakte 1.618 Liter Gepäck auf.
Der 2.0 Liter Turbodiesel sorgt für flotte Fahrleistungen. Durch sein großzügiges Drehmoment
von 305 Nm, das bei 1.800 bis 2.500 U/min anliegt, reist man mit dem Carens CRDi stets
souverän und streßfrei. Der kräftige Motor beschleunigt den 1.657 kg schweren Wagen
in 11,0 Sekunden auf Tempo 100 und bis auf eine Endgeschwindigkeit von 190 km/h. Wer
das Gaspedal nicht mit Dauerdruck gängelt, darf sich über moderate Trinksitten des
Kia freuen. Im Drittelmix begnügt er sich 6,1 Liter Kraftstoff.
Komfortable Fahrwerksabstimmung
Vergnügen bereiten auch die Schaltvorgänge, denn das Sechsganggetriebe, dessen höchster
Gang sehr lang übersetzt ist, flutscht knackig durch die Schaltkulisse. Beim Fahrverhalten
machen sich der im Vergleich zum Vorgänger längere Radstand (+140 mm), die breitere
Spur (+83 mm vorn, +86 mm hinten) sowie die steifere Karosserie positiv bemerkbar.
Der Carens liegt satt auf der Straße und federt stets komfortabel, ohne dabei jedoch
ins schwimmen zu geraten. Beim Handling macht sich allerdings der hohe Schwerpunkt
negativ bemerkbar, der das Fahrzeug stark in Kurven neigen läßt.
Wie nicht anders zu erwarten ist im Carens bereits alles serienmäßig vorhanden, was
bei der Konkurrenz zum Teil nur gegen saftige Aufpreise zu bekommen ist. ESP, 6 Airbags,
manuelle Klimaanlage, MP3-Audioanlage mit CD-Wechsler sowie Alufelgen sind selbst in
der Einstiegsversion LX-Basis ab Werk vorhanden. Im LX kommen darüber hinaus noch Dachreling,
Fernbedienung für die Zentralverriegelung und 16 Zoll Alus hinzu, während beim gehobenen
EX eine Klimaautomatik, Einparkhilfe hinten, automatisch abblendbarer Innenrückspiegel,
Nebelscheinwerfer sowie diverse Chromapplikationen im Exterieur enthalten sind. Luxuriös
wird es in der Spitzenausführung EX-Top. Hier dürfen sich die Insassen über Sitzbezüge
im Wildlederlook mit roten Einsätzen und Nähten, Sitzheizung, elektrisch verstellbarer
Fahrersitz, Geschwindigkeitsregelanlage, Regensensor, elektrisches Glasschiebedach
und 17 Zöller erfreuen.
Erfreulich sind auch die Preise, die für den Benziner ab 18.935 Euro und für den Diesel
ab 22.110 Euro beginnen. Die dritte Sitzreihe ist gegen einen Aufpreis von 600 Euro
erhältlich, eine 4-Stufen Automatik kostet 1.275 Euro.
Fazit
Mit der zweiten Generation des Carens ist Kia zweifelsohne ein guter Wurf gelungen.
Neben dem bekannt bewährten guten Preis-Leistungsverhältnis erweitert der kräftige
Zweiliter Diesel in Verbindung mit der leichtgängigen Sechsgangschaltung die Attraktivität
des Kompaktvans. Der durchdachte Innenraum bietet neben großzügigen Platzverhältnissen
eine hohe Funktionalität. Wer will da noch Zweifel haben, das die Koreaner ihr hoch
gestecktes Ziel von 50.000 Einheiten bis 2009 auch verwirklichen können? (doe)
Technische Daten
(Werksangaben)
|
Motorbauart/Zylinderanzahl |
Vierzylinder-Reihenmotor |
|
Hubraum [cm3] |
1:991 |
|
Leistung [kw/PS]
bei U/min |
103/140 bei
4.000 |
|
Max. Drehmoment
[Nm] bei U/min |
305 bei 1:80-2.500 |
|
Antrieb |
Frontantrieb |
|
Länge x Breite
x Höhe [mm] |
4:545 X 1:820
X 1:720 (1.650 ohne Dachreling) |
|
Radstand [mm] |
2.700 |
|
Leergewicht
/ Zuladung [kg] |
1.657 |
|
Kofferraum
[L] |
77 1.618 |
|
Tankinhalt
[L] |
55 |
|
Höchstgeschwindigkeit
[km/h] |
187 |
|
Beschleunigung
0 - 100 km/h [s] |
11,0 |
|
Durchschnittsverbrauch
[L/100 km] |
6,1 Diesel |
|
Grundpreis
[Euro] |
23.855 (Carens
2.0 CRDi EX) |
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