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Kia bringt
kleinen Bruder des Sorento auf den Markt
Interview mit Matthias Heinz, dem Geschäftsführer der KIA MOTORS Deutschland
GmbH in Bremen. Der 47-jährige Manager leitet seit Januar 2002 die deutsche Tochter
des koreanischen Automobilherstellers.
In diesem Jahr startet KIA, die schnellst
wachsende Marke in Europa, die größte Modell-Offensive seiner Unternehmensgeschichte.
Gerade hat auf der Detroit Motor Show der neue Kompaktwagen KIA Cerato in der Stufenheck-Version
seine Weltpremiere gefeiert. Der fünftürige Cerato wird der Öffentlichkeit im März
in Genf gezeigt. Im April folgt die deutsche Markteinführung des Kleinwagens Picanto,
im Sommer rollt dann bereits der Cerato zu den Händlern. Und schließlich wird im September
auf dem Pariser Autosalon der mit Spannung erwartete neue Kompakt-SUV enthüllt, dessen
großer Bruder Sorento zu den beliebtesten
Offroadern in Deutschland zählt.
Den neuen SUV, der noch Ende des Jahres auf den Markt kommen soll, bietet KIA in drei
Motorisierungen an. Die Diesel-Variante wird von dem modernen 2,0-Liter-Common-Rail-Aggregat
angetrieben, das sich bereits im KIA Carens bewährt hat. Daneben stehen zwei Benziner
zur Wahl: ein 2,0-Liter-Vierzylinder und für das Topmodell ein 2,7-Liter-V6-Triebwerk.
Ein Erlkönig wurde bei geheimen
Probefahrten schon gesichtet. Mehr Informationen dazu hier.
KIA hat in Deutschland noch viel Potenzial
Selbst Branchen-Größen wie
der VW-Vorstandsvorsitzende Pieschetsrieder oder der Ferrari-Chef Luca di Montezemolo
haben der Leistung von KIA öffentlich Anerkennung gezollt. Was hat KIA, was andere
Wettbewerber nicht haben?
Matthias Heinz: Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern hat KIA seine Produkte verbessert,
ohne gleichzeitig das Preis-Leistungs-Verhältnis zu verschlechtern. Mit anderen Worten:
Es war nie günstiger als heute, einen KIA zu fahren. Hinzu kommt das sympathische Image
der Marke. KIA wird als jung, dynamisch und unverbraucht gesehen. Zudem legen wir großen
Wert auf guten Service und dies sowohl bezogen auf die Leistung des Händlers als auch
auf unsere eigene Leistung in der Bremer Zentrale.
Der KIA-Absatz in Deutschland
ist 2003 um 32 Prozent gestiegen, und europaweit ist keine Marke in diesem Jahr so
schnell gewachsen wie KIA. Welches Absatz-Ziel setzen Sie sich für 2004?
Matthias Heinz: Wir wollen weiter wachsen und in diesem Jahr in Deutschland ein Prozent
Marktanteil bei den Neuzulassungen realisieren. Dabei werden uns die attraktiven neuen
Modelle helfen. Den Anfang machen der Kleinwagen Picanto, der kompakte Cerato sowie
ein unter dem Sorento angesiedelter Geländewagen. 2005 wollen wir in den Segmenten,
in denen KIA in Deutschland vertreten ist, einen Marktanteil von durchschnittlich 1,5
Prozent erreichen.
Wie wird sich aus Ihrer Sicht
der deutsche Markt in den kommenden Jahren entwickeln? Welche Segmente werden wachsen,
welche schrumpfen?
Matthias Heinz: Dieses Jahr werden wir bereits eine Belebung des Marktes erleben, die
sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Die derzeitige Situation ist doch die,
dass das Durchschnittsalter des Fahrzeugparks überdurchschnittlich hoch ist. Dadurch
wird eine Substitution im Markt erfolgen
müssen. Die Steigerungen werden wir bei den freizeitorientierten Fahrzeugen wie den
SUVs und bei den kompakten Vans erleben. Aber auch das Kompaktwagen-Segment, das die
letzten Jahre einen Rückgang zu verzeichnen hatte, wird durch Produkterneuerungen wieder
einen Aufschwung erleben. Andere Segmente wie die Mittelklasse oder große Vans werden
dagegen eher stagnierende Volumen aufweisen.
Nach den USA ist Deutschland
für KIA inzwischen der zweitgrößte Exportmarkt. Welche Position strebt die Marke hier
langfristig an?
Matthias Heinz: KIA ist eine Marke, die in Deutschland noch viel Potenzial hat. So
stehen wir mit dem Umbau der Modellpalette noch am Anfang. Mit dem Opirus und dem Sorento
haben wir begonnen, 16 weitere neue Produkte bzw. Derivate werden in den nächsten fünf
Jahren folgen. KIA und seine Partner haben damit beste Chancen, den eingeschlagenen
Wachstumskurs auch künftig fortzusetzen.
Was ist Ihre Zielgruppe? Oder
anders gefragt: Wie sieht der typische KIA-Käufer aus?
Matthias Heinz: Ich möchte nicht über einen typischen KIA-Kunden sprechen, da wir hier
keine Homogenität über die Baureihen hinweg haben. Ein Sorento, Opirus oder die Top-Versionen
eines Carnival sprechen eine andere Kundengruppe an als die eines Rio oder Shuma. Unsere
Zielsetzung für die Zukunft ist, unsere Kundengruppe mit unseren neuen Produkten emotionaler
anzusprechen und in der Altersstruktur im Durchschnitt zu verjüngen. Das heißt, auch
in den jüngeren Zielgruppen viel stärker vertreten zu sein als heute.
Gerade bei Import-Marken ist die Qualität und Dichte des Service-Netzes sehr unterschiedlich.
Wie weit hat es ein KIA-Kunde bis zur nächsten Vertragswerkstatt?
Matthias Heinz: Wir planen unser Händlernetz bis Ende 2004 so zu organisieren, dass
wir dem Kunden mit einer maximalen Anfahrzeit von
45 Minuten Vertrieb und Service bieten können. Konkret planen wir 250 Handelspartner
mit weiteren 150 angeschlossenen Vertriebspartnern sowie 70 reine Werkstattbetriebe.
Wir haben derzeit zwei eigene Niederlassungen.
Sie arbeiten tagtäglich mit
koreanischen Managern und Mitarbeitern zusammen. Wie unterscheidet sich die Mentalität
und was können Deutsche von Koreanern lernen?
Matthias Heinz: In unserem Unternehmen sehe ich es so, dass beide Seiten voneinander
profitieren. Wir können sicherlich von unseren koreanischen Kollegen einiges in Bezug
auf Problemanalyse und rationale Lösungsansätze lernen. Auf der anderen Seite bringen
wir mehr die emotionalen Faktoren ins Spiel, die in diesem Geschäft sehr wichtig sind.
Dadurch hat sich bei KIA mittlerweile eine sehr harmonische und fruchtbare Zusammenarbeit
beider Nationalitäten ergeben. (dio) |
Kia Kompakt SUV


Matthias Heinz, Kia Geschäftsführer

Kia Cerato



Kia Picanto



Kia Sorento 2004



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