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Koreanische
Luxus-Sänfte
Mit der oberen Mittelklasse-Limousine
Magentis wagt der koreanische Autobauer Kia
eindrucksvoll den Sprung in ein neues Marktsegment. Hauptsächlich bekannt als Produzent
preiswerter Klein- und Kompaktwagen bietet Kia mit dem Magentis ein durch und durch
attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, das seine Wettbewerber alt aussehen läßt. Wie
sich die betont konservativ gezeichnete Stufenhecklimousine im harten Testalltag bewährte,
erfahren Sie bei uns.
Das Kunstwort Magentis setzt sich zusammen
aus den englischen Begriffen magnificent (= großartig) und gentle (=sanft, leise).
In der Tat verwöhnte die von uns gefahrene Top-Version mit einem sanft und ruhig laufenden
Sechszylinder-Motor ihre Passagiere, lediglich bei starken Beschleunigungsmanövern
heulte der Zweieinhalbliter unangenehm laut auf. Laute Geräuschkulisse das war
leider eine der wenigen Schwachstellen, die sich der Kia während der zweiwöchigen Testdistanz
leistete. Schuld daran waren aber auch die aufgezogenen Winterreifen, die insbesondere
beim durchfahren von Kurven mit unangenehmen Abrollgeräuschen auf sich aufmerksam machten.
Das serienmäßige Viergang-Automatikgetriebe mit Tippfunktion zum manuellen hoch- und
runterschalten schaltete selbst bei verhaltenem Tritt aufs Gaspedal oft gleich um zwei
Gänge herunter, was den Komfort nicht gerade steigerte. Eigentlich nicht notwendig,
denn die 124 kW/169 PS stehen gut im Futter und lassen zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl
der Untermotorisierung aufkommen.
Immerhin rennt der 1,5-Tonner bis zu 209 km/h schnell, was den Spritverbrauch aber
schnell in kostspielige Höhen treiben kann. Unser Testverbrauch über eine Distanz von
rund 2.500 km lag bei 11,8 Liter/100 km Normalbenzin und damit noch in einem akzeptablen
Bereich. Gut abgestimmt ist dagegen das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung und Multilink-Hinterachse
mit dynamischer Vorspursteuerung, die die Räder bei jedem Lenkeinschlag in einem optimalen
Winkel zur Straßenoberfläche hält und so für eine erhöhte Lenkstabilität sorgt.
Eine positive Begleiterscheinung der geradlinigen Karosserieform ist die gute Übersichtlichkeit
nach vorn und hinten, die das Einparken der 4,73 m langen und 1,82 m breiten Limousine
spürbar erleichtert. Sollte es dennoch mal eng werden, verzeihen die Stoßfänger auch
mal einen kleinen Bums bis zu 8 km/h, ohne dabei Schaden zu nehmen. An den Seiten finden
sich wuchtige Kunststoffleisten, die beim Parken die Türen vor aufdringlichen Nachbarn
schützen sollen. Massiv ist auch der klassisch verchromte Kühlergrill des Magentis,
der zusammen mit den schönen Multireflektor-Projektionsscheinwerfern für ein markantes
Gesicht sorgt.
Im Innenraum finden sich großzügige Platzverhältnisse wieder, selbst bei Dreien auf
der Rückbank kneifen selbst die Ellenbogen nicht. Für Kleinkram stehen zahlreiche Ablagen
bereit, größeres Gepäck faßt der 479 Liter große Kofferraum, der sich durch Umklappen
der Rückbanklehne auf bis zu 810 Liter erweitern läßt. Edle Materialien wie Leder und
Holzapplikationen schaffen eine wohnliche Atmosphäre, die mit einer reichhaltigen Serienausstattung
gespickt ist. So sind im Preis von 24.630 Klimaautomatik, Zentralverriegelung
mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber an allen vier Türen sowie Tempomat
und elektrisch verstellbarer Fahrersitz enthalten. Doch die zahlreichen elektrischen
Helferlein haben offensichtlich ihre Tücken. So waren bei dem noch recht jungen Testwagen
sowohl die Sitzheizung für den Fahrer als auch die elektrische Spiegelverstellung rechts
defekt. Ein Fall für die dreijährige Garantie, dennoch ärgerlich.
Uns gefiel der große Kia als angenehme Reiselimousine mit einem Preis-Leistungsverhältnis,
das seinesgleichen sucht. Wer sich den in der Regel oft üppigen Aufpreis für Prestige
und Markengehabe sparen will, der ist mit dem Magentis gut beraten. Die etwas abgespeckte
Einstiegsversion 2.0 LX mit 100 kW/136 PS ist sogar schon für fast unverschämt günstige
17.880 zu haben. Woanders gibt es in dieser Preisklasse bestenfalls Kompaktklasse
zum Luxuspreis. (dio) |
Fotos: A. Setiawan









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