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Heute
ein König
Range Rover TD6
Den Range Rover hat es irgendwie
schon immer gegeben, als standesgemäßes Fortbewegungsmittel für feine Herrschaften
mit hohen Ansprüchen. Wir waren 2 Wochen mit dem Klassiker im modernen Gewand unterwegs
und konnten dem Range genauestens auf den Zahn fühlen.
Meine Frau sagt er sei elegant, meine Kinder sagen er ist hipp und ich meine er ist
zweifellos unverwechselbar. In den 33 Jahren seines Bestehens wurde das Original unter
den SUV's behutsam gepflegt und optisch und technisch immer wieder auf den neuesten
Stand gebracht. Still und leise wurde der Range Rover mit jeder Generation luxuriöser und perfekter und macht auf der Pferdekoppel
genauso eine gute Figur wie vor der Oper.
Doch leider ist sein Einstiegspreis mit knapp 60.000 Euro mittlerweile genauso prestigeträchtig
wie der Range selbst. Viel Holz für ein Auto, wobei der Range zurecht seine Rolle in
der Luxusklasse findet, wo er sich mit etablierten Konkurrenten wie BMW X5 und Mercedes M-Klasse sowie
Newcomern wie Volvo XC90 und VW Touareg messen muss. Die technische Verwandtschaft
zum X5 ist recht groß, doch behält sich der Engländer trotz seiner einstweiligen Zugehörigkeit
zum BMW-Konzern jene Eigenständigkeit vor, die seine treue Fangemeinde von ihm erwartet.
Sein massives, schnörkelloses Bauhaus-Design wirkt fast schon etwas unterkühlt und
lässt den Range Rover sowohl konservativ-klassisch als auch topmodern, auf jeden Fall
aber vertraut, erscheinen. Insbesondere die klar gezeichneten Bi-Xenon-Scheinwerfer,
die markanten Haifischkiemen an den vorderen Flanken und die charakteristischen Heckleuchten
dürfen zweifelsohne als vorbildliches Beispiel guten Designs hervorgehoben werden.
Doch schlecht hat ein Range Rover ja auch noch nie ausgesehen.
Unschlagbar ist sein luxuriöses und hochwertiges Innenraum-Ambiente, das trotz zahlreicher
Schalter und wildem Material-Mix mit fünf verschiedenen Oberflächen-Applikationen nicht
nur edel aussieht sondern auch überaus funktionell ist. Der Fahrer hat in der Kommandozentrale
alles im Griff und freut sich über schöne Kipp- und Drehschalter auf der Mittelkonsole.
Lediglich das Lenkrad ist mit seinen vielen Knöpfen ziemlich überfrachtet und bedarf
des vorherigen Studiums der Betriebsanleitung. Doch dafür fährt es erst nach dem Einstieg
beim Umdrehen des Schlüssels selbsttätig in die endgültige Position aus - welch herrlicher
Luxus.
An der Qualität ist jedoch nichts auszusetzen, hier ist der positive Einfluss der Bayern
deutlich zu spüren. Unser Testwagen war mit allen erdenklichen Extras der Luxusklasse
ausgestattet und ließ keine Annehmlichkeiten vermissen: Automatik, Voll-Lederausstattung,
GPS, TV-Tuner - alles mit an Bord. Als luxuriös darf zweifelsohne auch das Raumangebot
gelten, das auch im Fond sehr großzügig bemessen ist. Man thront hoch oben in edler
Umgebung - was will man mehr. Im Test hat sich der Range als idealer Begleiter für
die Urlaubsfahrt erwiesen. Im Innenraum sind zahlreiche Ablagen für allerlei Kleinkram
vorhanden und der Kofferraum glänzt mit einer langen, ebenen Ladefläche. Klappt man
die hintere Bank um, finden problemlos zwei Fahrräder Platz, bei maximaler Beladung
fasst der fürstliche Kofferraum bis zu 1.756 Liter. Durch die separat zu öffnende Heckscheibe
können leichte Gegenstände einfach eingeladen werden, der untere Teil klappt auf Tastendruck
sanft auf.
Insbesondere auf Langstrecken hat sich der Range Rover geradezu prädestiniert, nicht
zuletzt aufgrund seiner sehr bequemen Sitze, die mit samtweichem Leder bezogen und
elektrisch verstell- und beheizbar sowie mit Lordosenstütze und Armlehnen ausgerüstet
sind. Trotz des großen Innenraumvolumens erwartet die Insassen bei abenteuerlichen
Sommertemperaturen keine Sauna-Atmosphäre, denn die serienmäßige Klimaautomatik arbeitet
schnell und effizient und gefällt außerdem durch formschöne Drehregler für Temperatur
und Lüftung.
Der hohe Fahrkomfort geht auch auf das Konto der serienmäßigen Luftfederung, die selbst
fiese Unebenheiten auf ostdeutschen Alleenstraßen ausbügelte und so für ein königliches
Fahrerlebnis sorgte. Kein Vergleich zum dreijährigen original Land Rover Defender,
der zum permanenten Fuhrpark der Redaktion zählt. Doch auch ein Range ist verbesserungswürdig,
so läuft der aus dem BMW X5 adoptierte Dreiliter-Dieselmotor zwar erstaunlich ruhig
und ermöglicht sanftes Dahingleiten, nagelt aber deutlich über Gebühr und klingt zu
sehr nach Lastesel.
Über ein Mangel an Kraft und Temperament können sich die Passagiere jedoch nicht beklagen.
Das satte Drehmoment von 390 Nm ist allgegenwärtig und jederzeit abrufbereit, auch
wenn 130 kW/177 PS gewiss nicht die Wucht für einen 2,5-Tonner sind, so reichen sie
für den Alltag aber völlig aus. Obwohl schwer wie ein Kleinlaster überzeugt der Range
durch gute Fahrleistungen. So schafft er auf der Autobahn 180 km/h Spitze und absolviert
den Spurt von 0 auf Tempo 100 in 13,6 Sekunden - alle Achtung. Seine Fünfgang-Automatik
schaltet butterweich und überzeugt mit Sportmodus und manueller Durchschaltmöglichkeit.
Beim Handling macht sich allerdings der hohe Schwerpunkt und das immense Leergewicht
deutlich bemerkbar. Die präzise Servolenkung und die serienmäßige akustische Einparkhilfe
sind dabei dankbare Helfer, um den Range Rover trotz seiner Dimensionen erstaunlich
einfach manövrieren zu können. Für den Ausflug ins Gelände kann durch die Luftfederung
die Bodenfreiheit um bis zu 5 cm nach oben verstellt werden. Das Fahrwerk schaltet
dabei automatisch auf eine weichere Abstimmung um und sorgt so für den genau richtigen
Federungskomfort.
Unterm Strich ist der Range Rover nicht nur ein schöner sondern auch ein sehr komfortabler
Geländewagen, dem es an nichts mangelt. Seinen Platz findet er zurecht in der Luxusklasse
und stellt durchaus eine Alternative zu einer Luxuslimousine aus deutschem Hause dar.
Insbesondere beim Platzangebot, der fast schon verschwenderischen Ausstattung und jenem
besonderen Ambiente, für das der britische Adel die Bestnote vergeben würde, kann der
Range punkten. Wirkliche Schwächen leistet er sich nicht, doch ist zu überlegen, ob
der bullige Achtzylinder dem Diesel vorzuziehen ist, denn ein paar PS mehr würden dem
schweren Geländewagen gut zu Gesicht stehen. (dio)
Technische Daten:
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Motorbauart/Zylinderanzahl |
V6-Zylinder |
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Hubraum [cm3] |
2.926 |
|
Leistung [kw/PS]
bei U/min |
130/177 bei
4.000 |
|
Max. Drehmoment
[Nm] bei U/min |
390 bei 2.000 |
|
Antrieb |
Allrad permanent
|
|
Länge x Breite
x Höhe [mm] |
4.950 x 1.956
x 1.863 |
|
Radstand [mm] |
2.880 |
|
Leergewicht
/ Zuladung [kg] |
2.500 / 625 |
|
Kofferraum
[L] |
535 / 1.756 |
|
Tankinhalt
[L] |
90 |
|
Höchstgeschwindigkeit
[km/h] |
179 |
|
Beschleunigung
0 - 100 km/h [s] |
13,6 |
|
Durchschnittsverbrauch
[L/100 km] |
11,3 Diesel |
|
Grundpreis
[Euro] |
59.900 |
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Land
Rover Defender 110 Tdi
Weitere Informationen zu Land Rover finden Sie unter www.landrover.de
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Fotos: Achmat Setiawan

















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