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Die kultivierte
Art der Fortbewegung
Lexus GS 430
Ein starker V8 gehört zum guten Ton in der automobilen Luxusklasse. Wer sich von den
etablierten Premium-Marken Audi, BMW und Mercedes abgrenzen will, findet mit dem VW
Passat W8, Jaguar S-Type 4.2 oder Lexus GS 430 adäquate Alternativen. www.automobilrevue.de
über den Lexus GS 430 und die kultivierte Art der Fortbewegung.
Auf dem amerikanischen Markt stellt die Toyota-Tochter Lexus längst eine feste Größe dar, die zusammen mit BMW, Cadillac und Mercedes um
die Gunst der zahlungskräftigen Kunden buhlt. Top Qualität, Komplettausstattungen die
nichts vermissen lassen sowie attraktive Preis-Leistungsverhältnisse verhalfen der
Marke mit dem Anspruch auf Luxus pur zu einem regelrechten Senkrechtstart. Doch in
Deutschland tut man sich ein bisschen schwer, um gegen die etablierte Konkurrenz anzustinken.
Prestige heißt hier das Zauberwort, auf das die deutsche Kundschaft mehr Wert legt
als anderswo.
Dabei braucht sich der Lexus GS 430 keineswegs zu verstecken, denn sein Design strahlt
in hohem Maße Dynamik und Sportlichkeit aus, was in erster Linie dem Karosserie-Profil
zu verdanken ist, das auf einer einfachen geometrischen Ellipse basiert, die aerodynamisch
optimiert ist und von den Designer daher als Aero-Ellipse" bezeichnet wird.
Diese Formensprache prägt das gesamte Design und erstreckt sich auch auf die Scheinwerfer,
die Heckleuchten und die Konturierung der Fenster. Sein vier Augen-Gesicht
wirkt vertraut und kann Ähnlichkeiten mit Mercedes nicht verleugnen. Besonders auffällig
sind die serienmäßigen 17-Zoll Fünfspeichen-Räder, deren polierte Oberfläche für eine
hochwertige Optik sorgt.
Typisches Lexusflair herrscht auch im luxuriösen Innenraum, der von feinem Leder und
edlen Hölzern dominiert wird. Markant sind die in tiefen Höhlen liegenden Instrumente,
die durch eine weiße Hintergrundbeleuchtung und klarer Gliederung sehr gut abzulesen
sind. Hochwertig sind auch das Lenkrad und der Automatik-Wählhebel, die in einer optisch
sehr ansprechenden Holz-/Lederkombination ausgeführt sind und von denen man am liebsten
die Hände nicht mehr lassen möchte. Die elektrisch verstellbaren Sitze besitzen eine
variable Lordosenstütze und garantieren in Verbindung mit dem elektrisch verstellbaren
Lenkrad eine optimale Sitzposition. Auch die Hinterbänkler sind gut aufgehoben und
können es sich im großzügigen Fond bequem machen. Beim Gepäckverstauen ist jedoch Vorsicht
geboten, denn die Heckklappenbügel ragen sehr weit in den großzügigen Kofferraum hinein
und könnten das Gepäck beschädigen. Aufpassen muss man auch bei der Zuladung, die mit
345 kg viel zu niedrig ausgefallen ist und schon bei maximaler Sitzplatzbelegung leicht
überschritten werden kann ohne Gepäck versteht sich.
Gefallen finden die Passagiere schnell an der üppigen Ausstattung des Lexus, die nichts
vermissen lässt. Zur Serienausstattung des GS 430 zählen ferner eine Klimaautomatik
mit individueller Einstellmöglichkeit für Fahrer und Beifahrer, elektrische Fensterheber,
Geschwindigkeitsregelanlage, Lederausstattung mit Sitzheizung vorne sowie eine hochwertige
Audioanlage samt CD-Wechsler. Überzeugen konnte auch das gegen einen Aufpreis von 3.450
Euro erhältliche Navigationssystem, das über einen Touch-Screen kinderleicht
zu bedienen ist, dies allerdings leider nur im Stand. Durch die fortschrittliche DVD-Technik
erspart man sich beim Grenzübertritt ein Wechsel des Datenträgers, da sämtliche Navigationsdaten
der europäischen Länder auf einer einzigen DVD gespeichert sind. Auch Tankstellen und
Hausnummern werden von dem System gefunden und interessante Wegepunkte hervorgehoben.
Ein integrierter Bordcomputer gibt Auskunft über Momentanverbrauch, Verbrauch und zurückgelegte
Fahrstrecke seit dem letzten Tankstop, Durchschnittsverbrauch sowie Durchschnittsgeschwindigkeit.
Auch im Sicherheitsbereich haben es die Lexus-Macher gut gemeint und dem GS 430 alles
wichtige mit auf den Weg gegeben. So sind von Werk aus bereits eine Antischlupfregelung
und ein Fahrzeugstabilitätsprogramm mit an Bord, ebenso ein Bremsassistent, 6 Airbags
sowie Xenon-Scheinwerfer mit Lichtautomatik.
Gut gefallen hat uns auch die serienmäßige Fünfstufenautomatik, die sanfte Gangwechsel
ermöglicht und der hektisches hin- und herschalten gänzlich fremd ist - so muss es
sein! Ein Dream-Team ist die Antriebs-/Getriebekombination, die zum GS 430 wie die
Faust aufs Auge passt. Hier zeigt sich der Japaner von seiner Schokoladenseite und
reizt mit hohem Anmachfaktor. Die bullige 4.3-Liter-Maschine leistet 208 kW/283 PS
und entwickelt ein maximales Drehmoment von reichlich 417 Nm bei 3.500 Touren. Der
Kick beim Tritt aufs Gaspedal veranlasst den Fahrer, in gleichen hohen Maße Adrenalin
wie Glückshormone auszuschütten. Erst bei 250 km/h (Tacho 265) wird dem Vortrieb ein
Ende gesetzt. Schnelle Zwischenspurts jenseits von 200 km/h bereiten auf leeren Autobahnen
viel Fahrspaß und zahlreiche Fahrer großvolumiger deutscher Limousinen versuchen verzweifelt
an ihm dranzubleiben, um noch einen kurzen neugierigen Blick auf das Typenschild am
Kofferraumdeckel zu erhaschen, was aber meist zwecklos ist. Kein Wunder, das der GS
430 rasch zum Liebling der Redaktion aufstieg. Doch wer denkt, die Leistungsentfaltung
sei brachial, irrt. Im noblen Lexus geht es durchaus gesittet zu, doch man spürt den
heißen Atem des V8.
Erstaunlich ist das erschütterungsarme und fast vibrationsfreie Abrollen auch im Hochgeschwindigkeitsbereich,
das selbst gut gefüllte Becher in den Cupholdern nicht zum Überschwappen bringt. Hierfür
zeichnet eine sorgfältig abgestimmte Radaufhängung an Doppelquerlenkern mit Bremsnick-
und Anfahrtsmomentausgleich verantwortlich. Jedoch fordern schnelle Autobahnkurven
die ganze Konzentration des Fahrers, da der Lexus hier etwas nervös zu werden beginnt
und mit 1.8 t Leergewicht störrisch zum Kurvenaußenrand drückt, was bei verhaltenerer
Fahrweise aber kein wirkliches Problem darstellt. Dann läuft die Limousine absolut
spurtreu und stabil. Abrupte Bremsmanöver meistert der Lexus ungeachtet seines Leistungspotenzials
vorbildlich dank eines in den Bremskraftverstärker integrierten Tandem-Hauptbremszylinder,
der für ausgezeichnete Verzögerungswerte sorgt.
Schlussendlich überzeugt der Lexus GS 430 als ein Spitzenprodukt aus Japan, das kaum
Mängel aufweist und dessen 4.3-Liter V8 Garant für viel Fahrpass ist. Damit bewährt
er sich als idealer Begleiter sowohl für Langstrecken als auch für Familienausflüge.
Wem der neue 5er BMW zu extravagant ist und wer Mercedes nur als Taxi mag, für den
stellt der Lexus eine tolle Alternative dar. (dio)
Technische Daten:
|
Motorbauart/Zylinderanzahl |
V8-Zylinder |
|
Hubraum [cm3] |
4.293 |
|
Leistung [kw/PS]
bei U/min |
208 (283) bei
5.600 |
|
Max. Drehmoment
[Nm] bei U/min |
417 bei 3.500 |
|
Antrieb |
Heckantrieb |
|
Länge x Breite
x Höhe [mm] |
4.805 x 1.800
x 1.445 |
|
Radstand [mm] |
2.800 |
|
Leergewicht
/ Zuladung [kg] |
1.800/ 345 |
|
Kofferraum
[L] |
510 |
|
Tankinhalt
[L] |
75 |
|
Höchstgeschwindigkeit
[km/h] |
250 |
|
Beschleunigung
0 - 100 km/h [s] |
6,3 |
|
Durchschnittsverbrauch
[L/100 km] |
12,3 Super
95 ROZ |
|
Grundpreis
[Euro] |
54.200,- |
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RX
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Fotos: A. Setiawan
















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