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Hochachtungsvoll
Mazda Tribute
Mazda hat mit dem Tribute, was laut Langenscheid für Annerkennung oder Hochachtung
steht, einen modernen und gefälligen SUV im Programm. www.automobilrevue.de hinterleuchtete,
ob die Vorschusslorbeeren für den Soft-Offroader gerechtfertigt sind.
Während noch vor wenigen Jahren die Spezies der geländegängigen Freizeitfahrzeuge zu
den Seltenheiten auf dem Straßenbild zählten, gehört es heutzutage zu den Pflichten
eines Automobilherstellers, einen SUV (Sport Utillity Vehicle) anbieten zu können.
Neben den Kompakt-Vans und Cabriolets boomt dieses Marktsegment inzwischen so kräftig,
das nahezu jeder Fahrzeughersteller an diesem profitablen Geschäft teilhaben will.
Da der Mazda Tribute ein Gemeinschaftsprojekt
mit Ford ist, weist er zahlreiche Ähnlichkeiten mit dem Maverick auf, die sich
bis in die Produktion fortsetzen. Während die rechtsgelenkten Wagen im japanischen
Mazda-Werk Hofu gebaut werden, kommen die Linkslenker aus dem amerikanischen Ford-Werk
in Kansas. Doch der Tribute ist durchaus ein eigenständiges Fahrzeug mit modernem,
eleganten Design. Der typische Fünfpunkt-Grill mit dem großen Markensymbol in der Mitte
lässt keine Zweifel aufkommen, ihn der Mazda-Familie zuordnen zu können.
Obwohl die Designer eine eher konservative, kastenförmige Linie gezeichnet haben, wirkt
der Wagen kraftvoll und gefällig und macht auch durch die schwarze Lackierung optisch
einiges her. Wuchtige Stoßfänger und breite Seitenschutzleisten schützen den Tribute
abseits befestigter Straßen vor unschönen Kratzern und Beulen. Kurze Überhänge vorn
und hinten lassen ihn zugleich bullig und kompakt erscheinen, während die großen Fensterflächen
großzügige Platzverhältnisse versprechen.
Am Platzangebot mangelt es dem Tribute auch nicht hier schlägt er alle seine
direkten Konkurrenten in den wichtigsten Innenraumabmessungen wohl aber in der
Innenraumanmutung. Hier macht sich erste Ernüchterung breit, denn der Mazda hält innen
nicht was er außen verspricht. Bereits auf dem ersten Blick wirkt er einfach, billig
und lieblos gemacht. Farben und Materialien überzeugen nicht und die Frage keimt auf,
ob Mazdas Stylisten nach den Vorschusslorbeeren für das ansprechende Karosseriedesign
ihre Hausaufgaben im Interieur vernachlässigt haben. Die sich vor dem Fahrer aufbauende
schwarze Plastikburg lässt zusammen mit den grauen Sitzbezügen und dunklen Türinnenverkleidungen
Langeweile und Tristesse aufkommen.
Doch hat man sich erst einmal damit abgefunden, freut man sich über die gute Funktionalität
und Übersichtlichkeit der Instrumente, die Fragen zur Bedienung erst gar nicht aufkommen
lassen. Hier sitzt jeder Handgriff, was jedoch leider nicht für die Sitzlehnenverstellung
gilt. Die zugegebenermaßen sehr bequemen Sitze lassen eine feinrastigere Neigungsverstellung
vermissen. Unsere Testfahrer monierten durchweg eine zu steile oder zu flache Sitzposition.
Der Fond zeichnet sich durch ein überdurchschnittliches Platzangebot aus und bietet
selbst auf dem mittleren Schwiegermuttersitz langstreckentauglichen Komfort
mit ausreichender Ellenbogenfreiheit.
Gepäck für fünf Personen schluckt der Mazda mühelos, lediglich der Transport von Fahrrädern
gelingt nur bei komplett umgeklappter Rückbank, welche ihn dadurch allerdings zum Zweisitzer
degradiert. Das Beladen des Gepäckraumes wird durch die separat zu öffnende Heckscheibe
erleichtert. Ein serienmäßiges Rollo schützt das Gepäck vor neugierigen Blicken, jedoch
schließt dieses nicht ganz bündig bis an die Heckklappe, so das ein recht großer Spalt
offen bleibt und doch Einblicke gewährt.
Die getestete Exclusive-Version ist mit den in dieser Klasse selbstverständlichen
Features wie elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Geschwindigkeitsregelanlage
und manueller Klimaanlage ordentlich ausgestattet, übertriebener Luxus bietet der Tribute
aber nicht. Zahlreiche Ablagen in den Türen, zwischen und hinter den Vordersitzen,
in der Dachkonsole und das mit 6,5 Liter groß bemessene Handschuhfach nehmen jede Menge
Reiseutensilien auf und lassen das Interieur aufgeräumt wirken.
Als Antrieb stehen zwei Motorversionen zur Verfügung. Ein 2.0 Liter Vierzylinder mit
91 kW/124 PS und ein 3.0 Liter V6 mit einer Leistung von 145 kW/197 PS. Während der
Sechszylinder nur in Verbindung mit dem Allradantrieb lieferbar ist, gibt es die Basismotorisierung
auch mit Frontantrieb, beide erfüllen jedoch nur die Euro 3 Schadstoffeinstufung.
Wusste die Topmotorisierung vor kurzem im Test des fast baugleichen Ford Maverick durch satte Leistung und üppiges Drehmoment zu gefallen, konnte der Zweiliter
im Mazda nicht überzeugen. Der raue Vierzylinder braucht hohe Drehzahlen um in Fahrt
zu kommen und will fleißig geschaltet werden, was sich in einer lauten Geräuschkulisse
wiederspiegelt. Sein Wesen ist behäbig und man spürt, wie die brummige und angestrengt
wirkende Maschine mit dem 1,5 Tonner mühsam zu kämpfen hat. Ist die Höchstgeschwindigkeit
von 166 km/h nach langem Anlauf erst einmal erreicht, bremst der Drehzahlbegrenzer
ab 5.000 Touren den Tribute mit heftigem Ruckeln unsanft aus.
Ungeachtet des hohen Schwerpunktes und der großzügigen Federwege ist der Mazda recht
handlich zu fahren und vermittelt dank einer exakt arbeitenden Zahnstangenlenkung mit
drehzahlabhängiger Servounterstützung einen guten Kontakt zur Fahrbahn. Die Einzelradaufhängung
aller vier Räder in Kombination mit Mc Pherson-Federbeineinheiten vorn verhindert eine
übermäßige Wankneigung der Karosserie und gewährleistet einen stabilen Geradeauslauf
mit geringer Seitenwindempfindlichkeit.
Wird der Tribute einmal auf unwegsamen Straßen bewegt, schaltet sich der select
4drive genannte Allradantrieb automatisch zu, kann bei Bedarf jedoch auch über
den Traction-Lock-Schalter manuell aktiviert werden. Über diesen Schalter
wird eine Magnetkupplung betätigt, die eine Lamellenkupplung kraftschlüssig auf eine
Antriebsmomentverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterrädern bewirkt.
Auf den Mazda Tribute fällt in der Abschlussbewertung Licht und Schatten. Einerseits
die gefällige und robuste Karosserie mit einem überdurchschnittlichen Raumangebot,
die ihn zum langstreckentauglichen Familientransporter prädestinieren, andererseits
der schwache und brummige Vierzylindermotor, der sich im Testalltag als träge Nervensäge
erweist. Was dem Tribute fehlt ist ein drehmomentstarker Dieselantrieb und etwas pepp
im schmucklosen Innenraum. Dann würde die Langenscheidsche Definition vollstens
zutreffen. (dio)
Technische Daten:
|
Motorbauart/Zylinderanzahl |
Vierzylinder-Reihenmotor |
|
Hubraum [cm3] |
1.989 |
|
Leistung [kw/PS]
bei U/min |
91 (124) bei
5.300 |
|
Max. Drehmoment
[Nm] bei U/min |
175 bei 4.500 |
|
Antrieb |
Frontantrieb,
Allrad zuschaltbar |
|
Länge x Breite
x Höhe [mm] |
4.395 x 1.800
x 1,710 |
|
Radstand [mm] |
2.620 |
|
Leergewicht
/ Zuladung [kg] |
1.495 / 490 |
|
Kofferraum
[L] |
368 bis 793 |
|
Tankinhalt
[L] |
57 |
|
Höchstgeschwindigkeit
[km/h] |
166 |
|
Beschleunigung
0 - 100 km/h [s] |
13,7 |
|
Durchschnittsverbrauch
[L/100 km] |
9,7 Super 95
ROZ |
|
Grundpreis
[Euro] |
23.290 (Exclusive) |
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MX-5 1.6
Weitere Informationen zu Mazda finden Sie unter www.mazda.de |
Fotos: Achmad Setiawan












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