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Vorsicht Suchtgefahr
Mini Cooper
Wer hätte das gedacht, das BMW mit dem Mini einen
Senkrechtstarter auf die Räder stellt, der selbst die kühnsten Verkaufsprognosen bei
weitem übertrifft. Gut ein Jahr nach seiner Weltpremiere wurden weltweit bereits 140.000
Exemplare des Viersitzers aus Oxford verkauft, davon allein 20.000 in den ersten zehn
Monaten in Deutschland. www.automobilrevue.de klärt auf, ob der Neue das Zeug zum Kultfahrzeug
hat.
Frech, charmant, elegant und sportlich sind typische Attribute, die mit dem Mini wie selbstverständlich assoziiert werden. Keine Frage, stolze Mini-Besitzer
gelten als individuell und extravagant. Entsprechend vielfältig ist das Angebot der
Produktpalette, die aus den drei Versionen Mini One mit 66 kW/90 PS, Mini Cooper mit
85 kW/115 PS und dem seit Sommer 2002 angebotenen Mini Cooper S mit 120 kW/163 PS besteht.
In naher Zukunft wird die Familie des Kleinen weiter wachsen und um eine rund 200 PS
starke Topversion sowie um ein Cabrio ergänzt. In der Planung befindet sich weiterhin
auch ein zweisitziger Roadster mit verkürzter Frontscheibe, über dessen Chancen auf
eine Serienfertigung der BMW-Vorstand jedoch noch zu entscheiden hat.
Das Mini-Kunden viel Geld in ihren Kleinen stecken beweist die Tatsache, das der kompressoraufgeladene
Cooper S sich wie warme Semmeln verkauft und die Liste der aufpreispflichtigen Extras
Oberklasse-Format aufweist. Wir entschieden uns für das mittlere Modell, den Cooper
für 16.400 Euro, die zahlreichen Extras des Testwagens trieben jedoch den Preis auf
nicht bescheidene 24.000 Euro. So verwöhnte unser silbern lackiertes Exemplar durch
Klimaautomatik, Xenonscheinwerfer, In-Car-Entertainment-System mit Radio und CD-Wechsler,
Multifunktionslenkrad, der Traktionskontrolle ASC+T und DSC sowie mit einem großflächigen
Panorama-Sonnendach und machte auf exquisite Art und Weise den BMW-Anspruch deutlich,
in allen Klassen ein Premiumprodukt anzubieten, das seinesgleichen sucht.
Obwohl der Mini bis auf seinen Namen nichts mit seinem berühmten Vorgänger gemeinsam
hat, ist er als moderner Nachfolger des Kult-Klassikers schon auf dem ersten Blick
zu erkennen. Zahlreiche Designanleihen zitieren die erfolgreiche Vergangenheit des
vom genialen Konstrukteur Sir Alec Issigonis im Sommer 1959 entworfenen Ur-Minis. Große
Rundscheinwerfer, der markante Kühlergrill, ein steilabfallendes Heck und die beim
Cooper serienmäßige Zweifarben-Lackierung geben ihn sein unverwechselbares Äußeres
und bescheren ihm einen dynamischen und bulligen Auftritt. Im Innenraum setzt sich
die Designphilosophie fort. Hinter dem Lenkrad dominiert ein großer Drehzahlmesser,
während der Tachometer und die primären Bedienelemente zentral auf der Armaturentafel
thronen.
Ganz nach traditioneller Bauweise sind zahlreiche Schalter als filigrane Kipphebel
gestaltet, die nicht nur appetitlich aussehen sondern sich auch gut anfassen lassen.
Rote und silberne Farben dominieren und zaubern eine modern-coole Atmosphäre. Die luftige
Mittelkonsole harmoniert mit den liebevoll gestalteten Türverkleidungen, hochwertige
und gut verarbeitete Materialien unterstreichen die Liebe zum Detail, die hier an den
Tag gelegt wurde.
Während der zweiwöchigen Testfahrten entpuppte sich der Mini Cooper als Allroundtalent,
das seine Stärken nicht nur im urbanen Frankfurter Stadtleben ausspielte, sondern durchaus
auch Geschick für längere Autobahnetappen in den Genen hat. Mit seinen 85 kW/115 PS
darf man ihn zwar nicht als übermotorisiert bezeichnen, doch reichen seine Leistungsreserven
problemlos aus, um auch bei Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h mühelos mit halten
zu können. Das dabei der Komfort nicht unbedingt auf der Strecke bleiben muß, haben
die BMW-Entwicklungs-Ingenieure eindrucksvoll bewiesen. Bequeme Sitze lassen Langstrecken
nicht in einer Tortour ausarten, den hinteren Passagieren bleibt jedoch nichts anderes
übrig, als die Knie hinter den Ohren anzulegen und der Dinge zu harren. Als Viersitzer
taugt der Mini naturgemäß nur bedingt, doch reicht der Platz auf den vorderen Sitzplätzen
allemal aus.
Das äußerst direkte Handling des Coopers und die gute Traktion der Vorderreifen beruhen
auf dem Prinzip des klassischen Vorbildes aus den 60er Jahren mit quer eingebauten
Motor und darunter liegenden Getriebe, das auch auf die Neuauflage übertragen wurde.
Ein tiefer Schwerpunkt, langer Radstand mit breiter Spur und kurzen Überhängen, eine
steife Karosserie sowie die direkte elektrohydraulische Servolenkung sind die Geheimnisse
aller Mini-Modelle. Peitscht man ihn um die Ecken, zeigt sich eine kaum wahrnehmbare
Tendenz zum Untersteuern. Dabei kommt ein ähnlich hohes Fahrvergnügen auf wie sonst
nur beim Motorkart, jedoch mit dem Unterschied, das bis zu drei weitere Mitfahrer daran
teilhaben können. Schaltfaules Fahren mit niedrigen Drehzahlen stellt für den Mini
Cooper kein wirkliches Problem dar, doch lässt sich der Wählhebel des Fünfganggetriebes
so präzise und leichtgängig durch die Schaltkulisse bewegen, das man am liebsten seine
Hand nicht mehr davon lassen möchte.
Seine Stärken spielte der Mini Cooper zweifelsohne auf kurvigen Landstraßen aus, wo
er eindrucksvoll seine Agilität und Dynamik unter Beweis stellen konnte. Der nicht
messbare Funfaktor liegt auf einer imaginären Bewertungsskala ganz weit oben und kann
bereits auch in kleinen Dosen genossen zur akuten Suchtgefährdung führen. Keine Frage
- dieser Mini ist bereits Kult, was auch die Verkaufszahlen eindrucksvoll wiederspiegeln.
Unsere Testfahrer waren so angetan davon, das ein Kollege kurz darauf einen Mini bestellte.
(dio)
Weitere Informationen: www.mini.de
Mini bei www.automobilrevue.de:
Mini vom
Konzept zum Kult |
Fotos: Achmad Setiawan










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