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75. Mondial de lAutomobile
Paris 2000
30. September - 15. Oktober 2000
Alle zwei Jahre findet im Herbst in Paris der Mondial de lAutomobile statt. Zum
Auftakt im neuen Jahrtausend überboten sich die Automobilhersteller mit zahlreichen
Premieren und Neuheiten. So stand bei Alfa Romeo der zum "Auto des Jahres" gewählte sportliche Kompaktwagen 147 im
Rampenlicht, der mit einem sehr markanten Kühlergrill auf sich aufmerksam macht und
den Erfolg des 156 nun auch in der "Golf-Klasse" wiederholen soll. Bei Audi suchte das Publikum
den A4-Nachfolger vergeblich. Der Bestseller wurde erst einige Wochen später in Berlin
präsentiert (Weltpremiere
Audi A4 in Berlin). Doch auch
in Paris mangelte es den Bayern nicht an Neuvorstellungen. Stolz ließen sie ihr neues
Topmodell A8L 6.0 quattro aufs französische Parkett, ein Fahrzeug der Superlative mit
Zwölfzylinder-Motor in W-Form. Der bärenstarke W12 unterscheidet sich in erster Linie
durch seine kompakteren Abmessungen von herkömlichen V12-Motoren. Mit 309 kW (420 PS)
aus 6 Litern Hubraum gilt er derzeit als leistungsstärkster und hubraumgrößter Serien-Zwölfzylinder-Motor.
Eine dritte Variante des Audi TT stellt der TT Hardtop dar, der mit einem in Wagenfarbe
lackierten Kunststoffdach rechtzeitig zur Wintersaion auf den Markt kommt und ab sofort
auch in einer schwächeren Ausführung mit 110 kW (150 PS) zu haben ist. Als Bonbon zeigt
man außerdem noch die Studie Steppenwolf,
die einer Kreuzung aus A2, Allroad quattro und TT entsprungen zu sein scheint.
BMW krönte die 3er-Reihe
mit dem M3 Coupé. Das Hochleistungsfahrzeug mit 3.2 -Liter Reihensechszylinder entwickelt
252 kW (343 PS) und sorgt für faszinierende Fahrleistungen. Einen Vorgeschmack auf
künftige Fahrzeug-Generationen bot die interessante Studie Z9 Roadster
mit einem innovativem Cockpit. Kaum weniger faszinierend ist der neue Mini Cooper,
der in Paris zum ersten mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die nach dem Rover-Debakel
im BMW-Konzern verbleibende eigenständige Marke Mini soll ab 2001 neue Käuferschichten erobern die bereit sind, einen Einstandspreis
von rund 28.000 DM zu bezahlen.. Im ersten vollen Verkaufsjahr plant BMW einen Absatz
von 100.000 Einheiten.
Chrysler zeigte in
Paris die beiden Stratus-Nachfolger Sebring Limousine und Sebring Cabriolet, die ab
April 2001 (Cabrio) bzw. im Herbst (Limousine) bei den Händlern stehen werden. Mit
seinem markanten "Haifischmaul" in der Frontshürze und den Scheinwerfern
in Kristallin-Optik ist der neue Sebring ein besonderer Blickfang. Seine vier vollwertigen
Sitzplätze und der groß dimensionierte Kofferraum machen das Cabriolet zur ernstzunehmenden
Alternative. Zunächst ist jeweils nur eine Variante mit 2.7-Liter V6-Motor geplant,
der 149 kW (203 PS) und ein Drehmoment von 255 Nm leistet. Ein 2.0-Liter Vierzylinder
mit 104 kW (141 PS) wird zu einem späteren Zeitpunkt die Modellpalette ergänzen. Voller
Optimismus herrschte am Daewoo-Stand, wo man
trotz täglich neuer Konkurs- Geschichten Stolz den überarbeiteten Matiz
zeigte.
Mit den größten Ständen trumpften die drei großen französischen Hersteller Citroén,
Peugeot und Renault auf und genossen ihren Heimvorteil. Bei Citroén feierte der C5 Weltpremiere, der ab nächstes Jahr die Modelle Xantia und XM
ablösen wird. Auch hier geht der Trend zu groß- dimensionierten Markenemblemen, die
die Frontansicht dominieren. Die Scheinwerfer sind weit hochgezogen und setzen die
Designphilosophie des Mini-Vans Picasso fort. Zur Markteinführung Anfang 2001 wird
das C5 Programm zunächst mit zwei neuen Triebwerken angeboten, dem 3.0 V6 Benziner
mit 152 kW (207 PS) und den 2.2 HDi mit 98 kW (133 PS). Für 2004 ist dann das künftige
Citroén Spitzenmodell C6 vorgesehen, das die um den XM entstandene Lücke wieder schließen
soll. Die Konzernmarke Peugeot stellte die
Serienversion des 206 CC-Cabriolets vor, das noch in diesem Jahr in den Handel kommen
wird und schon jetzt längere Lieferzeiten aufweist. Der kleine 206 besitzt als erstes
Fahrzeug seiner Klasse die praktische Klappverdeckkonstruktion, mit der bereits Mercedes
mit dem SLK vor 4 Jahren den Markt revolutionierte. Austoben durften sich die Peugeot-Designer
an zahlreichen Studien, City Toyz und Prometheus genannt. Eine weitere Weltpremiere gab es bei Renault zu bestaunen. Dort präsentierte man die Neuauflage des Laguna, der als füntürige-Schrägheck-Limousine
sowie als eleganter Kombi ins Rennen geschickt wird. Ein völlig neues Fahrzeug-Konzept
hat Renault mit dem Coupé-Van Avantime kreiert und damit seinen Ruf als Vorreiter einer
neuen Fahrzeug-Klasse bestätigt. Der Avantime zielt in die Lücke zwischen konventionellen
Oberklasse-Limousinen und Renault Espace. Obwohl er nur zwei Türen besitzt brauchen
für den hinteren Einstieg die Vordersitze nicht umgeklappt zu werden. Zwei große Glasdächer
sorgen für eine Durchflutung des Innenraumes mit Sonnenlicht, die serienmäßige Klimaautomatik
bewahrt die Insassen jedoch vor allzugroßer Wärmeeinstrahlung.
Der japanische Kleinwagenhersteller Daihatsu bringt mit dem völlig neu entwickelten YRV frischen Wind ins Mini Van Design.
Der 3,77 Meter lange und 1,55 Meter hohe Fünftürer bietet reichlich Platz und überzeugt
durch seinen hohen Nutzwert. Sein 1.3 Liter Motor leistet 64 kW (87 PS) und sorgt für
sportliche Fahrleistungen des nur 890 kg leichten Fronttrieblers. Eine weitere Weltpremiere
präsentierte Fiat mit dem Doblò
der Weltöffentlichkeit, der ab November erhältlich sein wird. Das MPV (Multi Purpose
Vehicle) tritt die Nachfolge des Fiorino an, der gleichermaßen bei Handwerkern und
Freizeitorientierten beliebt ist. Durch Umlegen der Rücksitzbank läßt sich das Ladevolumen
von 750 Liter bis auf maximal 3.000 Liter erweitern.
Mit der neuen Mondeo-Generation möchte Ford an das erfolgreiche New Edge Design des Focus anknüpfen und wieder verlorenen
Boden in Europa gutmachen. Der elegante Mittelklassewagen wirkt auf Anhieb sehr solide
und hochwertig. Das Kuppeldach und die Seitensilhouette kennt man bereits vom VW Passat,
was aber beileibe keinen Nachteil darstellt. Die Frontansicht mit den großen Klarglas-Scheinwerfern
strahlt Selbstbewußtsein und Dynamik aus. Der Innenraum ist geräumiger als beim Vorgänger
sowie übersichtlich und aufgeräumt. Seinen Umsatzträger Civic zeigte Honda in Paris zum erstenmal dem Publikum. Der 5-türer stellt erst den Anfang einer
komplett erneuerten Civic-Familie dar, deren weiteren Mitglieder in den nächsten Monaten
folgen werden. Im Innenraum fällt in erster Linie der in die Instrumententafel integrierte
Schaltknauf auf, der Platz für einen durchgehend flachen Boden läßt. Neos nennt sich die aufregende Studie eines Roadsters des koreanischen Herstellers
Hyundai, dessen Aussichten
auf eine Serienproduktion wahrscheinlich nur gering sein dürften.
Neue Käuferschichten erschließen möchte Mercedes-Benz mit dem C-Klasse-Derivat Sportcoupé. Die gegenüber der Limousine um 18 cm verkürzte
Karosserie und die kraftvollen Proportionen prägen das sportliche Erscheinungsbild,
das vor allem jüngere Kunden ansprechen soll. Das hohe Heck wirkt von einen integrierten
Spoiler und der dunkel eingefärbten Blende zwischen den Rückleuchten geprägt. Eine
Neuentwicklung ist das Panorame-Schiebedach, das rund ein Drittel größer ist als konventionelle
Schiebedächer und im geschlossenen Zustand von zwei elektrisch betriebenen Rollos vor
Sonneneinstrahlung geschützt wird. Eine weitere Neuentwicklung ist das automatisierte
Sechsgang-Getriebe "Sequentronic". Durch leichtes Antippen des Schalthebels
werden die Gänge automatisch eingelegt, das manuelle Kuppeln entfällt. Verkaufsstart
ist im Frühjahr 2001.
Eine weitere Weltpremiere an der Seine gab es bei Opel zu bewundern, dort zeigt man den von Grund auf neu konstruierten Corsa, der
in den Außenabmessungen etwas zugelegt hat und im Innenraum jetzt deutlich mehr Platz
bietet. Das Design mit klaren Linien und Kanten wirkt vertraut, auffallen kann man
mit dem Corsa nicht. Lediglich die hoch gesetzten Rückleuchten sind ein neues Styling-Element
im Hause Opel. Bekanntes gab es auch bei im Hause Porsche zu sehen, wo das Publikum mit der Studie des Hochleistungssportwagen Carrera GT in den Bann gezogen wurde. Wesentlich Markanter als sein Vorgänger wirkt der
Arosa der spanischen VW-Tochter Seat. Das Gesicht wurde
den Familienmitgliedern angepaßt und ist jetzt ähnlich elegant wie das des Wolfsburger
Bruders Lupo. Gedulden müssen sich potentielle Interessenten auf das Showcar Smart Coupé. Die Wahrscheinlichkeit einer Serienproduktion ist recht hoch, zumindest das
vor einemJahr auf der IAA in Frankfurt vorgestellte Smart Roadster-Concept wird ab 2003 produziert werden.
Ganz im Zeichen des neuen S60 war der Volvo-Stand geprägt. Mit der im Premium-Segment plazierten Mittelklasse-Limousine
möchten die Schweden renomierten Wettbewerbern wie Audi, BMW und Mercedes Marktanteile
abjagen. Vom ehemaligen kantigen Design ist man nun endgültig abgekommen, die Ecken
und Kanten sind weicher und flüssiger. Auch beim VW Passat wurden die Linien etwas runder gezeichnet. Am auffälligsten ist die
neue Frontpartie mit den im Trend liegenden Hight-Tech-Scheinwerfern und dem chromverzierten
Kühlergrill. Überhaupt wurde mit Chrom nicht gerade sparsam umgegangen. So findet sich
diverser Zierrat an den Seitenschutzleisten, den Fenstereinrahmungen und an den Stoßleisten.
Auch der Innenraum wurde reichlich mit Chrom Aufpoliert, wie z. B. die Einrahmung der
Rundinstrumente.
Der diesjährige Pariser Salon erzielte mit 1.436.351 Besuchern einen neuen Besucherrekord
und stellte damit sämtliche internationalen Automobilmessen in den Schatten: Tokyo
(1.399.854), Barcelona (915.894), Frankfurt (896.200), Brüssel, Detroit und Genf (über
700.000 jeweils). Gegenüber 1998 (1.250.021) verzeichnete man eine Erhöhung der verkauften
Eintrittskarten um 15 %. (dio) |

Alfa Romeo 147

Audi TT Hardtop

BMW M3

Mini Cooper

Chrysler Sebring


Citroén C5

Peugeot 206CC

Renault Laguna

Renault Avantime

Daihatsu YRV

Fiat Doblò


Ford Mondeo

Honda Civic


Mercedes-Benz C-Sportcoupé

Opel Corsa

Seat Arosa

Showcar Smart Coupé


Volvo S60

VW Passat Variant |