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Es ist
angerichtet
Rolls-Royce Phantom
Gut viereinhalb Jahre sind vergangen, seit sich BMW die Namensrechte des britischen
Automobiladels Rolls-Royce sicherte.
Reichlich Zeit also um der Upperclass zu beweisen, das ein Rolls noch immer das beste
Automobil der Welt darstellt. Wussten die Engländer in der Vergangenheit hauptsächlich
durch traditionelle Werte zu überzeugen müssen heutzutage schon andere Kaliber aufgefahren
werden, um den Anschluss an die herandrohende Konkurrenz vom Schlage eines Maybach
oder Bentley nicht zu verlieren. Während früher hinter dem Respekt einflössendem Markennamen
RR hauptsächlich Prestige, Luxus und Handarbeit standen, hatten die Bayern mit dem
komplett neu entwickelten Phantom tief in ihre Trickkiste zu greifen. Im Lastenheft
der Konstrukteure stand die Vorgabe, "das großartigste Auto zu den exaktesten
Standards in der weltweiten Automobilindustrie zu bauen", sagt Rolls-Royce-Chef
Tony Gott bei der Weltpremiere des Modells Phantom im neuen Firmensitz im südenglischen
Goodwood.
Um diesen Anspruch zu erfüllen wurden die Synergien des BMW-Konzerns ausgereizt und
reichlich High Tec transferiert. Demzufolge lässt Gott keine Gelegenheit aus, die Unverwechselbarkeit
der Marke zu betonen. "Es gibt keine Verbindung zwischen dem Fahrgefühl des neuen
Rolls-Royce und eines BMW." Rein äußerlich bestehen keine Zweifel, hier haben
die Designer ganze Arbeit geleistet und dem Phantom ein unverwechselbares Gesicht gegeben.
Der riesige Kühlergrill in althergebrachter Tempelform ragt selbstbewusst in den Fahrtwind
und erstmals ist die Spirit of Ecstasy - auch liebevoll Emily genannt - per Knopfdruck
voll versenkbar, Laternenparker werden's zu schätzen wissen. Langer Radstand und eine
kleine Heckscheibe sind seit jeher charakteristisch für die traditionelle Marke. Ungewohnt
und technisch aufwändig sind die hinten angeschlagenen Fondtüren, die so für einen
bequemen Einstieg in den Fond sorgen, ansonsten ist die Edelkarosse, die aus Gewichtsgründen
aus Aluminium im BMW-Werk Dingolfing handgefertigt wird, ziemlich kantig und konservativ
gehalten.
Innovationsfreudiger geht es unter dem Blech zu, wo ein neu entwickelter 6,75-Liter
großer V12-Direkteinspritzer seinen Dienst verrichtet. Erstmals gehen die Engländer
großzügiger mit dem Verkünden von technischen Daten um. Während früher Leistungsangaben
mit "ausreichend" bezeichnet wurden, scheut man sich heutzutage nicht mehr,
mit Zahlen zu protzen. 338 kW/460 PS soll der Big Block leisten und dabei ein maximales
Drehmoment von rund 700 Nm zur Verfügung stellen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit
240 km/h und die Beschleunigung von 0 auf 100 in 5,9 Sekunden angegeben. Den Spritverbrauch
des knapp 2,5 Tonnen schweren Luxusdampfers will man mit 15,9 Litern ermittelt haben,
das es in der Praxis einige Liter mehr sein werden, die durch die Einspritzdüsen rauschen,
darf getrost angenommen werden.
Erstmals ist ein Rolls-Royce mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe sowie mit Luftfederung
lieferbar. Eine automatische Niveauregulierung, ABS mit Bremsassistent und acht Airbags
finden sich bereits in der Grundausstattung, ebenso Bi-Xenon-Scheinwerfer und elektronische
Parkhilfen des 5,83 Meter langen und 1,99 Meter breiten Dickschiffs. Im Interieur befindet
sich eine art i-Drive-System zur Steuerung von Navigation, TV und Telefon, dessen Bildschirm
hinter der wegklappbaren Analog-Uhr zum Vorschein kommt. Aber auch Traditionalisten
werden auf ihre Kosten kommen, so werden in jedem Phantom die Häute von 18 Rindern
sorgsam verarbeitet und reichlich Edelholz verwendet. Auch beim Preis hat sich nicht
viel geändert: Unter 380.000 Euro (netto) dürfte die Edel-Limousine wohl kaum zu haben
sein. (dio)
Weitere Informationen zu Rolls-Royce unter www.rolls-roycemotorcars.com |







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