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Willkommen
im Club
Rover
stößt mit dem neuen 75 Tourer in die Liga der etablierten Mittelklasse Kombis vor.
Ob das britische Flagschiff das Potenzial hat, den Club der deutschen Bestseller durcheinander
zu wirbeln, erfuhren unsere Redakteure bei einer Fahrt nach Amsterdam.
Wenn schon denn schon, dachte sich unser Testteam und wählte für einen Fahrbericht
gleich das Topmodell von Rover - den 2.5 Liter V6 Celeste mit 130 kW/177 PS in der
Tourer genannten Kombiversion. Exakt 33.400 /65.325 DM sind an die Briten zu
überweisen, um in den Club der stilvollen Gesellschaft aufgenommen zu werden. Zweifelsohne
viel Geld, doch dafür bekommt der Käufer auch jede Menge Auto. So ist die Serienausstattung
im Vergleich zu manch anderem Wettbewerber geradezu verschwenderisch, selbst für so
noble Annehmlichkeiten wie Leder, Klimaautomatik, elektrisch verstell- und beheizbare
Vordersitze oder das obligatorische Radio ist kein Aufpreis zu zahlen. Lediglich das
sehr empfehlenswerte 5-Gang-Automatikgetriebe (1.637 /3.202 DM) sowie das Navigationssystem
mit integriertem TV (2.966 /5.801 DM) kosten extra.
Der große Sechszylinder passt von seiner Charakteristik hervorragend zum Edel-Tourer.
Seine Leistungsentfaltung und sein seidenweicher Lauf zeugen von Kultiviertheit. Im
Leerlauf schnurrt das Aggregat wie eine gut geölte Nähmaschine und selbst ein beherzter
Tritt aufs Gaspedal bringt statt Hektik vielmehr unaufdringliche Durchzugskraft. Zusammen
mit der 5-Gang-Automatik ist die Antriebseinheit eine souveräne Kombination, auf nervöse
Schaltmanöver wartet man vergeblich. Einzig der recht hohe Verbrauch von bis zu 15,6
Litern/100 km (Werksangaben) trübt das Bild des Winner-Teams ein wenig, das manuelle
5-Gang-Getriebe kommt bei Stadtfahrten mit zwei Litern weniger aus.
Sauber abgestimmt ist auch das Fahrwerk, das sowohl fiese Querfugen als auch üble Schlaglöcher
komfortabel ausgleicht. Im Vergleich zur Limousine wurden Feder- und Dämpferraten der
Federelemente erhöht und die vorderen Dämpfer optimiert. Abgerundet wird der positive
Komforteindruck durch sehr bequeme Sitze, die auch längere Strecken zur Annehmlichkeit
machen. Das elegante Interieur versprüht einen Hauch "Club der Millionäre"-Atmosphäre.
Die Armaturentafel ist liebevoll mit gemasertem Edelholz verkleidet und die Rundinstrumente
erscheinen im chromummantelten Retro-Look. Materialien und Verarbeitung lassen keine
Wünsche offen.
Auch das Platzangebot im Innenraum ist ausreichend groß dimensioniert. Vier Personen
reisen bequem, für fünf geht's auf der Rücksitzbank aber doch schon deutlich enger
zu. Der mit feinem Teppichmaterial ausgeschlagene Laderaum fasst bis zur Abdeckung
400 Liter, bei umgelegten Fondsitzen bis zum Dachniveau maximal 1.222 Liter. Da hat
die Konkurrenz mehr zu bieten: C-Klasse T-Modell: 470/1.384 Liter, 3er Touring: 435/1.345
Liter, A4 Avant: 442/1.184 Liter. Pfiffig beim Rover 75 Tourer ist die separat hochklappbare
Heckscheibe, die ein Beladen auch dann noch ermöglicht, wenn hinter dem Fahrzeug kein
Freiraum vorhanden ist. Kleinkram findet prima unter dem Laderaumboden Platz, der dank
einer Gasdruckfeder auch während des Beladens aufgeklappt bleibt und einem nicht sofort
wieder auf die Finger fällt.
Der neue Rover 75 Tourer darf zurecht als "Lifestyle-Kombi" gelten. Seine
wohlgeformte Karosserie erfüllt auch ästhetische Anforderungen, die Freunde britisches
Understatements an ihm Gefallen finden lassen werden. Sein größtes Manko ist ein wenig
ausdrucksstarkes Image, das in dieser Klasse die halbe Miete ist. Dennoch keine Frage,
die Engländer haben den Eignungstest zur Aufnahme in den renommierten Club mit Bravour
bestanden. (dio) |
Fotos von A. Setiawan






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