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It must
be magic
Seat Leon Cupra R
Cupra heißt das Zauberwort, das einen biederen Seat Leon in eine echte Sportskanone verwandeln und in eine andere Liga katapultieren
kann. www.automobilrevue.de gibt die geheimen Zutaten aus dem Zauberbuch preis und
verrät die Tricks.
Um es gleich vorwegzunehmen, für eine erfolgreiche Umwandlung ist es mit ein bißchen
Hokuspokus nicht getan. Reichlich Erfahrung im Umgang mit hochgezüchteten Maschinen
sind hierfür unabdingbare Voraussetzungen, die Seat durch zahlreiche World Rallye Cars
(WRC) und den daraus abgeleiteten Cup-Racing-Versionen mitbringt. Und dann braucht
man natürlich noch eine gute Basis, auf deren Grundlage die ganze Hexerei beruht. Hierzu
nehme man einen serienmäßigen Seat Leon, vermenge die Karosse mit einer tief heruntergezogenen
Frontschürze, deren große Lufteinlässe Kraft und Power suggerieren und garniere das
Objekt der Begierde mit einem schmalen Nasenloch unter dem dominanten Seat-S. Breitschultrige
Seitenschweller, eine massive Heckschürze und ein integrierter Dachspoiler sorgen für
einen perfekten Anzug, der wie aus einem Guss wirkt. Ein guter Schuß glühendes lavarot
erhöht dabei den Aggressionsfaktor beträchtlich.
Für ein flottes Interieur empfehlen die Seat-Magiere eine vom Hexenmeister Recaro gestaltete
2+2-Sportsitzanlage mit abgesetzten Nähten - natürlich in lavarot, die ergonomisch
gestaltet ist und für ausgezeichneten Seitenhalt sorgt. Doch diese hat ihren Preis:
1.900 Euro Aufpreis sind an den Meister zu entrichten. Weiß unterlegte Instrumente
und titanfarbene Applikationen in der Mittelkonsole, auf Pedalen und Kupplungsfuß-Stütze
betonen den sportlichen Charakter des wie von Geisterhand verwandelten Leons. Die Ausstattung
ist mit CD-Radio, Climatronic, elektrischen Fensterhebern an allen Plätzen, Zentralverriegelung
mit Fernbedienung sowie Bordcomputer weitgehend komplett.
Aber reichen all diese Verwandlungen aus, um einen echten Sportler zu zaubern? Natürlich
nicht, denn es fehlen noch die wichtigsten Ingredienzen, die drei magischen "P":
Power, Performance, Provokation. Hierzu verbindet man die bewährte 1.8-Liter-20V-Vierzylindermaschine
mit einem elektronisch geregelten Turbolader sowie zwei Ladeluftkühler und gewinnt
daraus sagenhafte 210 PS/154 kW. Durch sein erstklassiges Leistungsgewicht von nur
6,6 kg/PS erreicht der frontgetriebene Seat Leon eine Spitzengeschwindigkeit von 237
km/h und beschleunigt in überlegenen 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h ganz auf reinrassigem
Sportwagenniveau. Um die Geister, die man damit zwangsläufig ruft wieder bändigen zu
können, muß eine standfeste Bremsanlage her. Wer bereit ist, weitere 2.800 Euro zu
investieren, bekommt eine Hochleistungs-Bremsanlage vom Formel-1-Spezialisten Brembo,
die mit ihren groß dimensionierten und innen belüfteten Scheibenbremsen hart und bissig
zupackt. Als würden die im Paket enthaltenen Leichtmetallräder "Arrasate"
im Riesenformat 7,5Jx18 auf Niederquerschnitt-Breitreifen der Dimension 225/40R 18
nicht schon schnittig genug aussehen, setzen die Konstrukteure mit den gut sichtbaren
und in lavarot lackierten Bremssättel dem Sportler die Krone auf.
Um die überragenden Fahrleistungen in Schach zu halten, besitzt der Leon eine Traktionskontrolle
und eine elektronische Schlupfreduzierung (ESR). Beides ist auch bitter nötig, den
der Turbo läßt es mächtig krachen. Er kommt mit Schmackes aus der Hüfte heraus, auf
das berüchtigte Turboloch wartet man vergebens. In allen sechs Gängen ist reichlich
Durchzugskraft vorhanden und ein zurückschalten kaum notwendig, meist ohnehin nur aufgrund
der puren Lust am Schalten, denn das Getriebe ist äußerst knackig und präzise, die
Gänge liegen eng beieinander und schalten macht wieder so richtig viel Spaß. Störend
sind allerdings die starken Antriebseinflüsse an der Vorderachse, welche insbesondere
bei starkem Beschleunigen durch unruhiges Verhalten und Zappeln auf sich aufmerksam
machen. Das beim Anfahren nervöse Gieren wechselt aber rasch zu Gunsten einer außerordentlichen
Dynamik und Agilität. Schnelle Richtungswechsel sind dem Cupra R in die Wiege gelegt
und bereiten hohen Fahrspaß. Ein Narr wäre, wer die lebenswichtigen Schutzengel vernachlässigen
würde. Diesen Rat beherzigte Seat und verpaßte dem Leon - das "R" in der
Bezeichnung Cupra R steht übrigens für Racing - serienmäßig das abschaltbare elektronische
Stabilitätsprogramm ESP sowie je zwei Front- und Seitenairbags und ein umfassender
Seitenaufprallschutz.
Nimmt der Zauberlehrling im aufgepeppten Wagen Platz erfreut er sich an seiner einfachen
und logischen Bedienung. Funktionalität und Ablesbarkeit lassen keine Wünsche offen,
auf den straffen Sportsessel sitzt es sich auch nach längeren Fahrten noch bequem.
Obwohl mit 4,18 Meter kompakt bemessen bietet der Leon vorn ordentlich Platz, während
sich hinten nur kleinwüchsige Kreaturen dauerhaft wohl fühlen. Mit einem zu kleinen
Zauberstab mußten wohl auch die recht kleinen Ablagen in den Seitentüren erschaffen
worden sein, in die kaum etwas reinpasst oder der rechte Außenspiegel, der ruhig etwas
größer hätte ausfallen dürfen. Knapp ausgefallen ist auch die zierliche Heckscheibe,
durch die nur eine schlechte Sicht nach hinten möglich ist. Ausreichend groß ist dafür
der Kofferraum, der sich raffiniert durch Anheben des Seat-S öffnen läßt.
Das Zauberelixier, das dem Cupra R Leben einhaucht, schimpft sich Super plus und muß
bei jedem Tankstop teuer bezahlt werden. Über die Testdistanz von gut 2.000 Kilometern
verlangte er nach reichlich 12,5 Liter auf 100 km. Einen Batzen Geld muß in die Hand
nehmen, wer in den Genuß des aufgeblasenen Leons kommen möchte. Mindestens 26.760 Euro
sind dann an die spanischen Magiere zu überweisen. Nicht zu viel für einen Kompaktsportler,
der die Fahrleistungen eines echten Sportwagens bietet, doch reichlich viel Mäuse für
einen wenig prestigträchtigen Leon. Seat sollte schleunigst wieder das Zauberbuch aufschlagen
und kräftig am Profil der Marke feilen.
In letzter Minute:
Seat reduziert die Preise: Der Leon Cupra R, das am stärksten motorisierte Fahrzeug
der Marke, wird um 2.110 EURO preiswerter und kostet jetzt 24.650 EURO.
(dio)
Seat bei www.automobilrevue.de:
Seat
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Weitere Informationen zu Seat finden Sie unter:
www.seat.de |
Fotos: Achmad Setiawan










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