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Erfolgswagen
Skoda ist die im Volkswagenkonzern
am schnellsten wachsende Marke und der Octavia hat maßgeblichen Anteil am Erfolg. Wir
wollten wissen ob die schmucke Mittelklasse- Limousine ein echter Volkswagen ist und
waren 2 Wochen lang mit ihr unterwegs.
Mit der Markteinführung der Octavia Limousine im Februar 1997 ist Skoda erstmals seit
der Übernahme durch Volkswagen ein großer Wurf gelungen. Exakt 337.848 Fahrzeuge liefen
bis Ende 2000 vom Band und mit dem 1998 eingeführten Combi wurden insgesamt bereits
über eine halbe Millionen Einheiten produziert. Keine Frage der Octavia kommt
an was in erster Linie auf die Symbiose aus modernem Design und bewährter VW-Technik
zu günstigen Preisen zurückzuführen ist. Ab 13.000 /25.425,80 DM ist man bereits
dabei (Combi: 14.950 /29.239,66 DM), dafür gibts beim Volkswagen Partner
bestenfalls einen moderat ausgestatteten Polo.
Der Tscheche überzeugt durch seine prägnante Karosserielinie und einen dominierenden
Kühlergrill, der ihm eine sichere Markenidentität gibt. Die hat er auch dringend nötig,
denn unter dem Blech ist er ein waschechter Volkswagen, was seinem Erfolg freilich
keinen Abbruch tut. Bewährte und solide Technik, die ihm von den Piech-Jünger mit auf
den Weg gegeben wurde, bürgen für hohe Zuverlässigkeit und überzeugende Qualität. Das
es der Octavia mit seinen deutschen und spanischen Brüdern jederzeit aufnehmen kann,
steht zweifelsohne außer Frage.
Die formschöne Mittelklasse-Limousine wurde zum Modelljahr 2002 umfangreich überarbeitet
und um sinnvolle Details wie klappbare Außenantenne und Cupholder zwischen den Vordersitzen
ergänzt. Mit dem in dieser Klasse bisher noch nicht etablierten Bremsassistenten, dessen
Elektronik eine Notbremsung erkennt und in Sekundenbruchteilen den Bremsdruck verstärkt,
macht der Octavia dem Wettbewerb mächtig Druck. Das dieses sicherheitsrelevante Feature
nebst ABS und Kopfairbags selbst beim Einstiegsmodell zum Serienumfang zählt, spricht
für den Sicherheitsanspruch seiner Erbauer.
Als gute Wahl entpuppte sich der 81 kW/110 PS starke 1.9 Liter TDI. Das durchzugsstarke
Dieselaggregat mit variabler Turbinengeometrie (VTG), Ladeluftkühler und Oxidationskatalysator
mit Abgas-Rückführung lässt den Skoda schon aus niedrigen Drehzahlen nach vorne preschen,
ohne dabei übermäßig laut zu werden. Selbst das typische Kaltstartnageln verstummt
bereits nach wenigen Minuten. Sein maximales Drehmoment von 235 Nm steht schon bei
1.900 U/min zur Verfügung, was die Passagiere bei voller Beschleunigung regelrecht
in die Sitzlehnen presst. Das dabei fleißige Schaltarbeit von Nöten ist, beweist ein
Blick auf die Drehmomentcharakteristik, denn die Drehmomentkurve fällt jenseits von
2.000 U/min ziemlich schnell wieder in den Keller. Besser kann es der neue 1.9 TDI
mit Pumpe-Düse-Einspritzung (74 kW/100 PS), der 240 Nm maximales Drehmoment entwickelt
und bei 1.800 - 2.400 U/min zur Verfügung stellt. Zu haben ist das moderne Diesel-Kraftwerk
allerdings ausschließlich für den Allrad-Combi 4x4 mit Sechsgang-Getriebe.
Die Fahrleistungen des stärksten TDI-Motors sind beachtlich: 191 km/h Spitze und eine
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11,1 Sekunden machen den Octavia zu einem angenehmen
Reisegefährten, bei dem Tankstops nur sehr selten anfallen. Reichweiten jenseits von
800 Kilometern sind die Regel und die Spritrechnung fällt mit weniger als 100 DM moderat
aus. Obwohl wir die Leistungsreserven regelmäßig ausnutzten, blieb der Verbrauch mit
durchschnittlich 6,3 Litern/100 km bescheiden.
Verschwenderisch dagegen ist der Skoda beim öffnen der großen Heckklappe: 528 Liter
fasst sein Kofferraum, mit umgeklappten Rücksitzlehnen sogar beachtliche 1328 Liter,
da müssen die meisten Wettbewerber klein bei geben. Das Raumangebot im Innenraum ist
für den viereinhalb Meter langen Wagen großzügig ausgelegt. Fünf Insassen sind gut
aufgehoben und auch an ausreichend Ablagemöglichkeiten mangelt es nicht. Der optische
Eindruck der verarbeiteten Materialien verspricht Hochwertigkeit und die Bedienung
der Instrumente wirft keine Fragen auf. Zu kritisieren gibt es bestenfalls die sehr
leichtgängige Lenkung, die beim Einparken vielleicht noch hilfreich ist, jedoch spätestens
beim befahren kurvenreicher Strecken und zügiger Autobahnetappen ziemlich gefühllos
wirkt.
Letztendlich zeigt sich, das der Preis von 20.080 /39.273 DM für die Kombination
Octavia mit dem großen 1.9 TDI gut angelegt ist, denn nennenswerte Schwächen leistete
sich der Skoda nicht. (dio) |





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