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Sup, Super,
Superb
14 Tage zeigte der brandneue Skoda
Superb der www.automobilrevue.de-Redaktion, was er als neues Topmodell der tschechischen
Traditionsmarke zu bieten hat.
Markant schnittig und sportlich steht
der silberne Skoda
Superb auf dem Hof. Das auf der IAA 2001 vorgestellte Topmodell steht seit März bei
den Skoda-Händlern und orientiert sich optisch an seinem kleineren Bruder Octavia,
hat aber trotzdem ein eigenständiges modernes Aussehen, das sich nicht verstecken muss.
Gerade der Skoda typische bullige Kühlergrill erzeugt ein ausdrucksstarkes Auftreten
des Neulings. Der Superb vermittelt das Bild einer klassischen, zeitlosen Stufenhecklimousine,
mit dem Skoda erstmalig seit 1949 wieder ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse anbietet.
Auffällig sind neben dem langen Radstand von 2803 mm vor allem die außergewöhnlich
großen hinteren Türen. Sie geben äußerlich schon preis, was sich im Innenraum an Größe
darbietet. Und davon profitieren vor allem die Passagiere im Fond. Erstmalig brach
unter unseren Testfahrern der Streit aus, wer denn nun als Reisender in der zweiten
Reihe Platz nehmen durfte. Und dabei ist das Wort Platz absolut wörtlich zu nehmen.
In kaum einem anderen Modell der gehobenen Mittelklasse gibt es mehr Beinfreiheit als
im neuen Superb. Und das, obwohl unsere großen Fahrer die Frontsitze bis an den Anschlag
nach hinten gerückt hatten.
Dazu kommen zahlreiche Ablagemöglichkeiten, einstellbare Lüftungsdüsen der serienmäßigen
Klimaautomatik und ein spezielles Regenschirmfach in der linken Seitentür. Dort findet
der serienmäßige Superb-Regenschirm seinen Platz und kann sogar nass eingelegt werden.
Das vorhandene Regenwasser wird durch eine separate Leitung nach Außen abgeleitet.
Kurz: Man reist absolut großzügig.
Aber selbstverständlich wird auch der Fahrer an seinem Arbeitsplatz umschmeichelt.
Insbesondere das Einstellen der bequemen Vordersitze mittels eines umwerfend einfachen
Ratschensystems hat uns sehr gut gefallen. Vier Airbags, Verstrebungen in den Seitentüren
sowie pyrotechnische Gurtstraffer sorgen für aktive und passive Sicherheit.
Das Armaturenbrett ist übersichtlich gestaltet und geht fließend in die Mittelkonsole
über, wo sich Autoradio, Navigationssystem, und die Klimaautomatik befinden. Hier zeigt
sich deutlich die Zugehörigkeit zum VW-Konzern, da zum Teil die gleichen Hebel, Schalter
und Bedienelemente verbaut sind, wie z. B. bei VW oder Seat. Das trägt natürlich auch
dazu bei, das es für den Fahrer zu keinen Überraschungen kommt und man sich sofort
zurecht findet. Auch sonst glänzt die Ausstattung des Comfort-Pakets mit zahlreichem
Zubehör, das anderswo teuer separat bezahlt werden muss. So ist außer dem Tempomat
auch ein automatisch abblendender Innenspiegel, eine Einparkhilfe bei Rückwärtsfahrt
oder ein Regensensor für die Scheibenwischer enthalten.
Einzig das an und für sich praktische Einklappen der Außenspiegel geschieht manuell
über einen Drehknopf an der Fahrertür und wurde immer wieder mal vergessen. Immerhin
dürfte ein abgefahrener Außenspiegel recht teuer werden. Wir hätten uns gewünscht,
das diese Prozedur automatisch und stets erfolgt, wie wir das bei Wagen der Konkurrenz
schon erlebt haben.
Trotzdem gibt es noch Details, die ihresgleichen suchen: So fand das so genannte "CatVision"-System
großes Lob. Es besteht aus zwei roten LEDs am Dachhimmel, die bei Nachtfahrt
den Innenraum in ein diffuses Licht versetzen und so problemlos Konturen oder Ablagen
erkennen lassen. Das blinde Herumtasten oder Anknipsen der blendenden Innenraumbeleuchtung
gehört der Vergangenheit an. Ein Sicherheitsbeispiel, das Nachahmer finden sollte!
Gerade bei Dunkelheit trumpft der Superb auf. Zusätzlich zu den Leuchtrahmen um die
inneren Türöffner, werden auch die Verstellräder der Belüftungsdüsen beleuchtet, sobald
man die Außenbeleuchtung in Betrieb nimmt.
Beim Entriegeln der Türschlösser beleuchten kleine Scheinwerfer in den Unterseiten
beider Seitenspiegel den Fußweg vor den Türen und die vier Türen selbst sind unten
ebenfalls mit Leuchten versehen, die beim Öffnen automatisch angehen. Ganz klar: Der
Skoda Superb lässt seinen Besitzer nicht im Dunkeln stehen!
Weiterhin ist sowohl das Handschuhfach als auch die Travel Box zwischen den Vordersitzen
mittels Belüftungsdüsen an der Klimaanlage angeschlossen und können somit bei Bedarf
Getränkedosen temperieren.
Der 462 l fassende Kofferraum bietet ausreichend Stauraum und die Ladekante ist mit
einer abgerundeten verchromten Metalleiste versehen, die das Beladen erleichtert und
das Ladegut vor Beschädigungen schützt. Hinter der umklappbaren Mittelarmstütze befindet
sich eine Durchladeöffnung für lange Gegenstände mit integriertem Skisack. Hier wäre
sicher eine umklappbare Rückenlehne praktischer gewesen, um auch einmal größere Gegenstände
durchzuladen. Zur Sicherung des Gepäcks gibt es vier stabile Verzurrösen und
besonders clever und praktisch zwei Kipphaken, an denen man seine Einkaufstaschen
aufhängen kann.
Motorisiert war unser Testwagen mit dem modernen 1.9 TDI PD, der auch im VW Passat
Verwendung findet. Das Dieselaggregat leistet 96 kW (130 PS) bei 4000 upm und verfügt
über eine Hochdruck-Direkteinspritzung mit Pumpe-Düse-System und einen Abgasturbolader
mit variabler Geometrie. In Kombination mit dem 5-Gang-Schaltgetriebe harmoniert der
Motor sehr gut mit dem Superb und ist gleichzeitig mit einem Verbrauch von 5,8 bis
7,8 Litern (Werksangaben) echt sparsam. Der Quer eingebaute Motor läuft ohne merkliche
Vibrationen und die Laufgeräusche sind kaum hörbar, wozu auch der gut isolierte Motorraum
beiträgt. Das lästiges Vorglühen oder das gefürchtete Nageln bei modernen Dieselaggregaten
schon lange der Vergangenheit angehören, braucht nicht besonders betont werden.
Auf unserem Testprogramm standen sowohl Fahrten im dichten Stadtverkehr von Frankfurt
durch die bekannten Hochhausschluchten mit ständigem Stop-and-go-Verkehr, lange Autobahnfahrten
mit schnellen Abschnitten also auch gemütliches Cruisen über die kurvenreichen Landstraßen
der Eifel. Und, um es gleich vorneweg zu nehmen, in jeder dieser Disziplinen überzeugte
der Skoda Superb auf ganzer Länge.
Im Stadtverkehr erweist sich die 4,80 m lange Limousine als überaus handlich und verleitet
zum gemütlichen Mitgleiten im regen Verkehr. Die übliche Hektik bleibt außen vor und
das, obwohl der Griff zum Schalthebel oft erfolgt. Hier wäre eine Automatik noch komfortabler,
die aber gibt es nur in Verbindung mit anderen Motoren. Trotzdem schaltet man gerne,
der Gangwechsel erfolgt exakt und die Schaltwege sind kurz, zudem liegt der kleine
Lederschaltknauf gut in der Hand.
Der Wendekreis mit 11,8 m genügt den Anforderungen und selbst das Einparken geht spielend
von der Hand dank der leichtgängigen Servolenkung und dem akustischen Rückfahrwarner.
Einzig das vordere Ende (bzw. der Anfang) des Superb entzieht sich dem Blick des Fahrers
wie so oft bei modernen Wagen und verlangt ein gewisses Augenmaß.
Seinen großen Trumpf spielt der Superb auf der Autobahn aus. Locker beschleunigt der
1.9 l TDI in 10,6 Sekunden auf 100 km/h. Erst bei Tachometeranzeige 210 km/h endet
die Beschleunigung. Selbst hier bleibt der Skoda sicher beherrschbar und überzeugt
mit einem exakten Geradeauslauf. Einflüsse durch Straßenunebenheiten, Antrieb oder
Bremsen machen sich praktisch nicht in der Lenkung bemerkbar. Lobenswert ist die Flexibilität
des Motors. Zwischen 120 und 180 km/h reicht im 5. Gang ein Tritt auf das Gaspedal
um mit ausreichender Beschleunigung die Geschwindigkeit zu erhöhen ohne herunterschalten
zu müssen. Erst ab 180 km/h bis zur Endgeschwindigkeit wird der Tempozuwachs zäher.
Obwohl sich auch bei höheren Geschwindigkeiten die Wind- und Fahrgeräusche in Grenzen
halten, regelt die Musikanlage die Lautstärke automatisch nach, was manchmal sogar
zu viel des Guten war. Bei Bedarf entlastet der Tempomat am linken Lenkstockhebel den
Gasfuß, der aber auf den deutschen Autobahnen meist wenig zum Einsatz kam.
In der Eifel dann, mit den zahlreichen kleinen, kurvenreichen Landstraßen bietet der
Superb ein ausgewogenes aber agiles Fahrverhalten an. Das griffige Lederlenkrad schmeichelt
den Händen und vermittelt ausreichend Fahrbahnkontakt. Auch in schneller gefahrenen
Kurven verhindern Torsionsstabilisatoren an beiden Achsen ein störendes Neigen der
Karosserie. Die bequemen Sitze mit gutem Seitenhalt tragen ihr übriges dazu bei, das
die Passagiere nicht unnötig hin und her geschüttelt werden. Hier zeigt der Frontantrieb
in Verbindung mit der Vierlenker- Vorderachse seine Vorteile und schaltet Antriebseinflusse
auf die Lenkung fast vollständig aus. Die langhubigen Schraubenfedern sorgen auch auf
unebenen Straßen für guten Fahrkomfort. So machen Spazierfahrten Spaß und es bleibt
genügend Raum um auch die schöne Landschaft zu genießen.
Zum Abschluss bleibt nur zu sagen, das Skoda mit dem Superb ein grandioser Einstieg
in das Feld der gehobenen Mittelklasselimousinen gelungen ist. Zahlreiche große und
kleine Details sowie Lösungen überzeugen, verblüffen und freuen. Der moderne Turbodiesel
stellt eine durchzugsfreudige aber dennoch sparsame Motorisierung dar und bietet damit
eine echte Alternative gegenüber den drei lieferbaren Benzinern. Die Serienausstattung
lässt wenig Wünsche offen, die dann aber meist durch aufpreispflichtige Zusatzausstattung
erfüllt werden können. Beim Skoda-Händler kann der von uns getestete Superb mit der
Comfort-Ausstattung zum Preis von 26.890 erworben werden. Und das ist zu vergleichbaren
Limousinen der gehobenen Mittelklasse ausgesprochen attraktiv. Zum Kaufpreis gibt es
noch eine für drei Jahre kostenlose Skoda Kreditkarte sowie umfangreiche Garantieleistungen
dazu. Die unglaublich langen Service-Intervalle von 2 Jahren oder bis zu 50.000 km
für Ölwechsel und Inspektion sorgen auch nach dem Kauf für geringe Folgekosten. (dio) |
Fotos: T. Oelschläger












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