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Multitalent
Multivan
VW Multivan 2,5 TDI
Im Februar 2006 wurde der VW Multivan zum dritten Mal in Folge von den Lesern der Zeitschrift
Auto, Motor und Sport als bester Van des Jahres gewählt. Und das sich die
100.000 Leser nicht geirrt haben, bestätigt auch unser ausführlicher Test.
Die Erfolgsstory des VW Multivans begann
auf der IAA 1985 in Frankfurt, wo er als Studie seine Premiere feierte. Ein Jahr später
geht das Mehrzweckauto in Serie und vereint damit die Eigenschaften von Kombi, Kleinbus
und Reisemobil. In der mittlerweile dritten Fahrzeuggeneration, intern T5 genannt,
hat der Multivan diese Eigenschaften bewahrt und VW hat sie im Laufe der Zeit stets
verfeinert und optimiert.
Inzwischen darf sich der Multivan mit zu den größten und geräumigsten Maxi-Vans auf
dem Markt zählen, einem Segment, das sich der Autobauer VW Nutzfahrzeuge in Hannover
selbst geschaffen hat und in dem inzwischen einige Mitbewerber zu räubern versuchen.
Aber ein so detailreich ausgeklügeltes Fahrzeug wie der von uns getestete Multivan
in der mittleren Ausstattungsvariante Comfortline lässt sich nicht so einfach die Wurst
vom Brot nehmen.
Enorme Variabilität
Seine enorme Variabilität ist immer noch unübertroffen. Der Schlüssel hierzu ist das
Schienensystem im Fahrzeugboden. Die beiden drehbaren Einzelsitze der zweiten Reihe,
die hintere Liegesitzbank und ein Tisch in der Mitte können so universal an jede Stelle
im Fond geschoben werden. Das geschieht mit einfachen und leichten Handgriffen. Bei
Bedarf können so bis zu 7 Personen bequem und entspannt reisen. Im Bedarfsfall bieten
die beiden Einzelsitze mit auf die Sitzfläche geklappten Rückenlehnen und die aufgeklappte
Liegerückbank eine praktikable Ruhefläche. Wer öfters den Wagen zum Übernachten nutzen
möchte, kann optional noch eine Bettverlängerung und ein Gute-Nacht-Paket
zur Verdunkelung der Scheiben ordern.
Der Clou ist aber die kompakte kleine Kommode, welche sich über ein weiteres Schienenpaar
in der Fahrzeugmitte verschieben lässt. Per Knopfdruck entfaltet sie sich wie ein Pilz
zu einem runden Schwenktisch. Mit Cup-Holdern, Aschenbecher, sowie Flaschen- und Zeitschriftenständern
macht sie sich für die Mitreisenden unentbehrlich.
Besonders großes Interesse fanden wir an den praktischen Plastikboxen, von denen sich
drei unter der Sitzbank und je eine unter den beiden Einzelsitzen im Fond versteckten.
Hinter einer Klappe ließen sie sich per Schiene herausnehmen und transportieren. Selten
haben wir ein so einfaches und cleveres Stausystem gesehen!
Ergänzend dazu gesellt sich die weit nach oben öffnende Heckklappe, die nicht nur eine
niedrige Ladekante frei gibt, sondern auch unsere großgewachsenen Testfahrer das Be-
und Entladen erlaubte, ohne das sie sich den Kopf an der über ihnen thronenden Klappe
stießen. Je nach Position der Rückbank ergibt sich ein geräumiger Kofferraum.
Schiebetüren an beiden Seiten sind bei der Ausstattungsvariante Comfortline serienmäßig
und grundsätzlich bei einem VW-Bus nicht wegzudenken. Sie gestalten das Ein- und Aussteigen
ungemein komfortabel, insbesondere wenn tatsächlich alle Sitzplätze durch Mitreisende
in Anspruch genommen werden. Mit entgegen zur Fahrtrichtung gedrehten Einzelsitzen
können sich die Passagiere bequem unterhalten. Konnten bisher Fahrer und Beifahrer
an diesen Gruppengesprächen nur schwer teilnehmen, weil die Verständigung von der ersten
zur letzten Sitzreihe nur schwer möglich war, so bietet VW für den Multivan ein absolutes
Novum an: Als Option besteht die Möglichkeit das Digital Voice Enhancement (DVE) zur
ordern. Sechs Mikrofone im Dachhimmel und die Radiolautsprecher erlauben ein Gespräch
in normaler Lautstärke. Der Fahrer muss sich nicht mehr nach hinten drehen, um verstanden
zu werden, er spricht nach vorne, wie auch die restlichen Mitreisenden. Alle Passagiere
hören sich verstärkt über die Lautsprecher der Stereoanlage.
Für weiteres Wohlbefinden der Mitreisenden sorgt die Climatronic. Durch sie kann die
Temperatur für Fahrer bzw. Beifahrer sowie im Fahrgastraum getrennt gewählt werden.
Die Fond-Passagiere können über Regler im Dachhimmel und den dort installierten verstellbaren
Dachlüfter den Luftstrom direkt auf sich lenken oder am Dachhimmel entlang streifen
lassen.
Alltagstauglich
Somit werden auch lange Reisen angenehm und komfortabel bewältig. Aber auch im Alltag
erweist sich der VW-Bus als ungemein praktisch. Lässt er sich doch wie ein PKW fahren
und ist durch einen Wendekreis von 11,8 m überraschend wendig. Für engere Parklücken
bzw. beim Rangieren sorgen akustische Sensoren vorne und hinten dafür, das Parkrempler
vermieden werden können. Sehr gut gefallen konnten auch die großzügig dimensionierten
Außenspiegel, die einen exzellenten Blick zurück erlauben. Dabei ist der Multivan mit
einer Fahrzeuglänge von 4,89 m nicht länger, als ein Mittelklasse-Pkw (Passat prüfen).
Die clevere Raumaufteilung in Verbindung mit der kurzen, bulligen Motorhaube (schließlich
sitzen Fahrer und Beifahrer nur knapp hinter der Vorderachse) und die Höhe von 1,94
m ergeben das geräumige VW-Bus-Bild.
Ausgestattet war der Testwagen mit einem modernen Diesel-Fünfzylinder mit 2,5 l Hubraum
und 96 kW (130 PS). Mit moderner Pumpe-Düse-Technologie ausgerüstet, verfügt dieses
Aggregat in Verbindung mit einem serienmäßigen 6-Gang-Schaltgetriebe über ein agiles
Fahrverhalten, das jeder Fahrsituation gerecht wird und den Bus jederzeit kraftvoll
beschleunigt. Nie kam das Gefühl auf, der Multivan könnte untermotorisiert sein, obwohl
VW auch einen noch stärkeren Diesel-Fünfzylinder mit 128 kW (174 PS) anbietet. Dieser
belastet aber auch den Geldbeutel mit 3138,- Euro zusätzlich. Seit Dezember 2005 erfüllen
die Dieselmotoren für den Multivan die Euro-4-Norm und die beiden Fünfzylinder-Motoren
sind serienmäßig mit einem Dieselpartikelfilter ausgestattet. Ein Durchschnittsverbrauch
von etwa 8,5 l geht für den großen Multivan durchaus in Ordnung.
Grundsätzlich ist die von uns gefahrene Motorenvariante mit 96 kW (130 PS) als die
vernünftigere und absolut ausreichende Variante anzusehen. Die Höchstgeschwindigkeit
wird von VW mit 168 km/h angegeben, wenn es auf der Autobahn gut lief, waren laut Tacho
auch um die 180 km/h zu erreichen. Damit kommt man schon ordentlich flott auf den deutschen
Autobahnen voran, wenn man denn freie Fahrt hat oder nicht durch Geschwindigkeitsbeschränkungen
eingebremst wird.
Die bequemste Art mit dem Multivan zu reisen war bei Richtgeschwindigkeit mit eingeschaltetem
Tempomat. Dann ermöglicht der T5 ein entspanntes Dahingleiten und der Fahrer kann es
sich in seinem Sitz gemütlich machen, was durch eine Lordosenstütze in der Rückenlehne
sowie beidseitige Armlehnen noch unterstrichen wird.
Ab 40.304,- Euro steht der VW Multivan Comfortline bei den Händlern. Die serienmäßige
Ausstattung ist insbesondere von der sicherheitsrelevanten Seite mit ABS, ASR sowie
Kopf-, Brust- und Seitenairbags im Fahrerhaus vollständig. Auch zahlreiche elektronische
Helfer sind bereits an Bord. Trotzdem kann auch die Zubehörliste durchaus als Multi
durchgehen. Mehr als 6 Seiten nützliches, brauchbares, aber auch luxuriöses führt die
Sonderausstattungsliste auf und kann dann je nach persönlicher Vorliebe den Gesamtpreis
locker um mehrere tausend Euro in die Höhe schnellen lassen.
Als Gegenwert erhält der Käufer nicht nur einen VW-Bus, der das Segment Maxi-Van erst
geschaffen hat, sondern auch dem Namen Multivan alle Ehre macht. Selten präsentiert
sich ein Bus so Multifunktional wie dieser Volkswagen. (tho)
Technische Daten
(Werksangaben)
|
Motorbauart/Zylinderanzahl |
Sechszylinder-V-Motor |
|
Hubraum [cm3] |
3.497 |
|
Leistung [kw/PS]
bei U/min |
149/203 bei
5.500 |
|
Max. Drehmoment
[Nm] bei U/min |
298 bei 3.500 |
|
Antrieb |
Frontantrieb |
|
Länge x Breite
x Höhe [mm] |
4.979x1.850x1.486 |
|
Radstand [mm] |
2.800 |
|
Leergewicht
/ Zuladung [kg] |
1.897-1.954
(ausstattungsabhängig) |
|
Kofferraum
[L] |
480 |
|
Tankinhalt
[L] |
70 |
|
Höchstgeschwindigkeit
[km/h] |
220 |
|
Beschleunigung
0 - 100 km/h [s] |
9,2 |
|
Durchschnittsverbrauch
[L/100 km] |
11,4 Normal
91 |
|
Grundpreis
[Euro] |
39.490 |
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Fotos: Th. Oelschläger
















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